358 Zur Geschichte und Litteratur. Fünfter Beytrag.
niedergeschrieben zu werden. Druckt man sich so aus von ei-nem Mährchcn, welches nicht allein in einem Buche zu finden,das in jedermanns Händen ist, sondern auch selbst iu diesemBuche nicht zuerst vorkömmt? Denn, wie wir gesehen haben,fängt dieses Mahrchcn bcvm Doner überall an:
Von einem Bischof liest man das.Man liest, und ich habe vernommen: aus diesen Worten al-lein ist klar, wer mit des andern Kalbe gcpflügct, oder wenig-stens pflügen können. Denn da Zdoner alle seine Fabeln ausdem Lateinischen genommen zu haben vorgicbt, so kann ich frey-lich nicht so geradezu behaupten, daß er wenigstens diese, ausdem Deutschen des Trimbergs habe. Aber was er nicht un-mittelbar von ihm hat; kann er ihm wenigstens mittelbar zudanken haben. Ein spätrer lateinischer Nersifer kann sie ausdem Renner übersetzt, und damit den Anonymus des Nevelctvermehret haben. Und daß es einen solchen spätern Vcrmchrcrdieses Anonymus giebt, will ich an seinem Orte zeigen. Ztztwill ich die Erzählung selbst, nach Trimbergs Vortrage, nurganz hersetzen, um urtheilen zu lassen, ob ihre Originalität auchnicht durch ihre innere Güte bestätiget wird?Ein war mcre ich vcrnumnien han,des ich nicht wol vergessen kan,DaS wil ich schreiben, das andre lcut
dabei sich wollen bessern heut.Do ein prelate ze imal saS,
und mit seinen gesien as,Ein schcnkart das wart im gesaut
mit dir», do sprach er zu hautWer behelt mir das schenkar
mit disen birn onc var,DaS ir keine werd verloren?
Ob das geschcch, das wer zoren.Si sprachen, das tu cwcr schwcster sou.
Wer soll es billicher denn er ton?Nein, sprach er, der ist ein tor.
Er uem vil leicht der besten vor,Und lies micr die bösteu ligcn