Vorrede.
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nicht ohne cinc Art von Ehrerbietung betrachten kann. Ausihm, dachte ich, sind ehedem so viel Helden und Propheten auf-gestanden, und jctzo zweifelt man, ob ein ehrlicher Mann unterihm anzutreffen sey? Meine Lust zum Theater war damals sogroß, daß sich alles, was mir in den Kopf kam, in cinc Ko-mödie verwandelte. Zch bekam also gar bald dcn Einsall, zuvcrsuchc», was es für cinc Wirkung auf der Bühnc habcnwcrdc, wenn man dcm Nolkc die Tugcnd da zcigtc, wo cs sieganz und gar nicht vcrmuthct. Zch bin begierig mein Urthcilzu hören.
Noch bcgicrigcr aber bin ich, zu crfahrcn, ob diese zweyProben cinigc Begierde nach meinen übrigen dramatischen Ar-beiten crwcckcn wcrdcn. Zch schliesst davon allc diejenigen aus,welche hier und da unglücklicher Weise schon das Licht gesehenhabcn. Ein bcßrcr Vorrath, bey welchem ich mehr Kräfte undEinsicht habe anwenden können, crwartct nichts als dic Anle-gung der letzten Hand. Diese abcr wird lediglich von meinenUmstanden abhängen. Ein ehrlicher Mann, der nur ciuigcr-masscn gclcrnt hat, sich von dcm Acusscrlichcn nicht unterdrückenzu lassen, kann zwar fast immcr aufgclcgt scyn, etwas ernsthaf-tes zu arbeiten, besonders wann mehr Anstrengung des Fleißes,als des Gcnics dazu erfordert wird; abcr nicht immcr ctwaswitziges, welches cinc gewisse Hcitcrkcit dcs Gcistcs verlangt, dieoft in cincr ganz andern Gewalt, als in der unsrigcn stehet - -Es ruft» mir ohncdcm fast vcrsäumrc Wichtigcrc Wissenschaften zu-8atis ett ^otml't'o viclori!
Ilui-It, I. Sät, I!.
Dicsc Ncttungcn des -Hora; wcrdcn völlig von dcncn untcr-schicdcn scyn, die ich vor kurzen gegen einen alrcn Schulknabcnhabe übcrnchmcn müsscn.
Scine klcinc hämische Voßhcit hat mich beynahe cin wenigabgeschreckt, und ich wcrdc so bald nicht wieder mit Schriftstcl-