Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
11
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Rettungen des Horaz .

II

von den groben Leuten, denen Brunst und Galanterie einesist, und die im Finstern mit der Befriedigung eines einzigenSinnes vorlicb nehmen. Er wollte, so viel möglich, alle sät-tigen; und ohne einen Wchrmann zu nennen, kann man be-haupten, er werde auch nicht den Geruch davon ausgeschlossenhaben. Wenigstens hat er diese Rcitzung gekannt:to j»uvr i» rosa

porlutus lihuillis ui'Zet ocloiikus.Und das Ohr? Ich traue ihm Zärtlichkeit genug zu, daß er auchdieses nicht werde haben leer ausgehen lassen. Sollte die Musikauch nur

Kratus puellse rilusgewesen seyn. Und der Gcschmak?

vteula, huse Venus

tjuinta parto tu! noetaris imduit.Nektar aber soll der Zunge keine gemeine Kützclung vcrschafthaben; wenigstens sagt Zbykus bey dem Athcnäus, es sey nochneunmal süsscr als Honig--Himmel! was für eine empfind-liche Seele war die Seele des Horatz! Sie zog die Wollustdurch alle Eingänge in sich. Und gleichwohl ist mir dasSpicgclzimmcr eine Unwahrschcinlichkcit. Sollte denn dem Dich-ter nie eine Anspielung darauf entwischt seyn? Vergebens wirdman sich nach dieser bey ihm umsehen. Nein, nein; in densüsscn Umarmungen einer Chloc hat man die Sättigung derAugen näher, als daß man sie erst scitwerts in dem Spiegelsuchen müßte. Wen das Urbild nicht rühret, wird den derSchatten rühren? ^ Ich verstehe eigentlich hicvon nichts;gantz und gar nichts. Aber es muß doch auch hier alles seinenGrund haben; und es wäre ein sehr wunderbares Gesetze nachwelchem die Einbildungskraft wirkte, wenn der Schein mehr

Eindruck auf sie machen könnte, als das Wesen--

Ferner finde ich die angeführten Worte nnrömisch. Werwird mich zum Ercmpcl bereden, daß die Römer tnoculatumeuliiculum, für cuuieulum s,>oculis vrnatum gesagt haben? Manmag dem Mittclwortc snoeulutnm eine active oder paßivc Be-deutung geben, so wird es in dem ersten Fall gar nichts, undin dem andern etwas gantz anders ausdrücken. Schon snocuwri