Rettungen des Horaj.
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^sm eiiptum tvneo, ^»m voluervm tetpior
^1'e per Früinina Nartii
Okimpi, tv per syuas, «lure, volul)iles.Was läßt sich zärtlichcrs gcdcnkcii als diese Stellet Wem, siedoch nur keinen Aigurin betraft! Doch wie, wenn Zuguni!nichts als ein Gedanke des Dichters wäre? Wie wann eSnichts als eine Nachbildung des anakrcontischcn Bathylls sey»sollte? Zch will cS entdecken, was mich auf diese Vermuthun-gen bringt. Horaz sagt in der vierzehnten Ode des fünften Buchs:
Non aliter 8amio clieunt artitlo Latli^IIo^vsereont» I'oium,
(jui porsivpv oava tekullinv ilovlt amorem?»Ioa elaborstum scl peclem.Unter den Liedern des Anakreons, wie wir sie jezt habe», wer-den etwa drey an den Bathyll seyn, welche aber alle von ei-nem ganz andern Charakter sind, als daß ihnen das ilovltzukommen könnte. Diejenigen müssen also vcrlohrcn gegangenseyn, welche Horaz hier in Gedanken hatte. Fragt man michaber, was man sich für eine Vorstellung von denselben zu ma-chen habe, so muß ich sagen, daß ich mir sie vollkommen, wiedie angeführte Stelle des Horaz von seinem Ligurin, einbilde.Unmöglich kann der Grieche seine Liebe glücklicher daher gcwci-nct haben! Oder vielmehr, unmöglich hätte der Römer sie soglücklich daher geweint, wenn er das Muster seines Lehrers inder Zärtlichkeit nicht vor sich gehabt hätte. Mit einem Wortealso: Horaz , welcher allen griechischen Liederdichtern die schönstenBlumen abborgte, und sie mit glücklicher Hand auf den römi-schen Boden zu verpflanzen wußte; Horaz , sage ich, ward vonden verliebten Thränen des Anakreons so gerührt, daß er siezu den scinigcn zu machen beschloß. Man kann zwar, wie ge-sagt, das Lied des Griechen nicht dagegen aufstellen, allein ichfrage Kenner, welche die eigenthümlichen Bilder des einen unddes andern Dichters zu unterscheiden vermögen, ob sie nichtlauter anakrcontischc in der Stelle des Horaz finden? Za ge-wiß; und dieses noch um so viel deutlicher, da man schon inden übrig gebliebenen Liedern des Anakreons ähnliche Züge auf-