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^chrifften, Dritter Theil.
unmöglich jemand anders, als er selbst wissen; doch vielleichtauch er selbst nicht einmal.
Bey der zweyten Strophe muß ich dieses erinnern, daßich von der gewöhnlichen Zntcrpunction, doch nicht ohne Vor-gänger, abgegangen bin. Die meisten Ausgaben haben dasKomma nach <livi<Zvns; so viel ich mich erinnere, der einzigeBaxter setzt es nach pleruinliuo, und beruft sich deswegen aufden Scholiastcn. Zöarrer hat Recht, und wann er sich auchauf keinen Wchrmann berufen könte. Ich glaube nicht, daßman leichter ein klarer Beyspiel finden könne, was für Zwey-deutigkeiten die lateinische Sprache unterworfen sey, als das ge-genwärtige. Horaz kan eben sowohl gesagt haben: OiespiteriZni corutea plerumyuo nudila illviilit als: plerumyuv per purumtonsntos oAit eyuos. Beydes aber kann er doch nicht zugleichgesagt haben, und man muß also dasjenige wehlcn, welchesden ungezwungensten Verstand giebt. Nun ist es wohl keineFrage, ob es öftrer bey heiterm Himmel, oder öftrer alsdanndonnert, wenn der Himmel mit Wolken umzogen ist? Soll alsoder Dichter nichts ungereimtes gesagt haben, so kann nur diecrstre Auslegung Statt finden, welcher ich in der Ucbcrsctzunggefolgt bin; ob ich gleich ganz gerne gestehe, daß es sonst derGebrauch des Horaz nicht ist, die Adverbia so nachzuschleppen,als er es hier mit dem plerumquo thut. Doch lieber ein Paarverkehrte Worte, als einen verkehrten Sinn! Verschiedene Aus-leger scheinen den letztem gemerkt zu haben, wann sie dasplerumquo zu per purum vgit zögen, und suchen sich also durchbesondre Wendungen zu helfen, ^.ubinus, zum Exempel, willbey p!erur»yu<z, iiiseo vero <liolius cinschicben; und Dacier giebtdas plerumrjus durch louvent. Aber seit wenn hat es dennaufgehört, mehrencheils zu hcisscn? Und seit wenn ist es dennden Paraphrastcn erlaubt, ganz neue Bestimmungen in ihrenText zu flicken, die nicht den geringsten Grund darinne haben?
Zn der dritten Strophe habe ich die Uebcrsctzung des WortsinvM und die Vcrtauschung der Beywörter zu rechtfertigen. Ichweis wohl, daß den meisten Auslegern mvikus hier, verhaßt,scheußlich und dergleichen heißt; ich habe aber deßwegen lieberdie allereigentlichste Bedeutung, nach welcher es so viel als un-