Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
48
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Schrifften. Dritter Theil.

haben würde. Der Gesetze aber sind viere; der Götzendiener,der Juden, der Christen und der Mahomctancr.

Der Götzendiener zieht sein Gesetz aus vier Gründen vor.Erstlich weil er so oft, in den Kriegen wieder die Juden, denSieg davon getragen habe, bis es ihm endlich gelungen, ihreGesetze ganz und gar zu vertilgen; es müsse daher dem höchstenWerkmeister und Regenten, die Verehrung eines einzigen Got-tes nicht mehr, als die Verehrung vieler Götter gefallen haben.Hernach sagen sie; so wie es sich, wenn das Volk einen ober-sten Regenten über sich habe, für jeden gezieme, in Privatsa-chcn und besonders in Kleinigkeiten, seine Zuflucht vielmehr zuden Befehlshabern und Hoflcutcn desselben zu nehmen, als demKönige selbst, um jeder Ursach Willen, beschwerlich zu fallen:eben so müsse man, da der höchste Gott sich um das, was hierauf Erden vorgeht, und wovon die Angelegenheiten der Privat-personen den allcrklcinstcn Theil ausmachen, sehr wenig beküm-mert, vielmehr zu den Göttern, die dieser höchste Gott zu seinenDienern geordnet hat, bey nicht wichtigen Dingen fliehen, als daßman denjenigen selbst, den kein Sterblicher nicht einmal mit denGedanken erreichen kann, aus jeder nichtswürdigcn Ursache, mitBitten belästige. Endlich behaupten sie, daß durch dieses Gesetz,und durch diese Beyspiele, indem sie Hoffnung machte», nachdieser Sterblichkeit göttlich verehrt zu werden, viele wären ange-trieben worden, sich durch Tugenden berühmt zu machen, alsHerkules, Apollo, Jupiter, Mcrcurius, Ceres. Was aber dieWunder anbelange, so könnten sie eben sowohl, Exempel deroffenbaren Hülfe ihrer Götter und Orakclsprüchc anführen, alsirgend andre. Auch sey unsre Meinung von Gott und dem Ur-sprünge der Welt, nicht allein nicht weniger abgeschmackt, son-dern auch noch abgcschmakter, als ihre, welches aus dem Streiteunter den andern Gesetzen, und aus dem Hasse derselben gegenalle Wcltwcisc, als die Urheber der Wahrheit, erhelle. Dieseaber werfen ihnen die Menschenopfer, die Verehrung todterBildsäulen, und die Menge der Götter vor, welche auch vonden ihrigen selbst verlacht würden; desgleichen die schändlichenLaster dieser ihrer Götter, die man sich schon an einem Mcn-