Rettung des LardaiiS.
lichcn Religion rcdct. Er berührt nichts davon, als was wirk-lich eine schlicsscnde Kraft hat; nnd läßt alles Zweifelhafte weg.Er sagt: sie ward von armen Leuten geprcdigct; man kan siealso aus keinen eigennützigen Absichten angenommen haben: unddiese armen Leute waren noch dazu unrvisscni), folglich warensie denen, die sie bekehrten, am Verstände nicht überlegen, undwas sie vermochten, war einer höher» Kraft zuzuschreiben. Erbemerkt den Widerstand der ihnen natürlicher Weise unüberwind-lich gewesen wäre; und bemerkt auch etwas, welches ich nurvon wenigen bemerkt finde. Dieses nehmlich, daß unsre Reli-gion auch alsdann nicht aufgehört hat, sich die Menschen un-terwürfig zu machen, da sie von innerlichen Sekten zerrissenund verwirret war. Ein wichtiger Umstand! Ein Umstand, wel-cher nothwendig zeigt, daß in ihr etwas seyn müsse, welchesunabhänglich von allen Streitigkeiten seine Kraft zu allen Zei-ten äusscrt. Und was kann dieses anders seyn, als die immersiegende Wahrheit? Carvan läßt bey diesem Beweise nichtsweg, als daS, was ich wünschte, daß man es immer weggelassenhätte. Das Blut der Märtyrer nehmlich, welches ein sehr zwcy-dcutigcs Ding ist. Er war in ihrer Geschichte, ohne Zweifel,allzuwohl bewandert, als daß er nicht sehr viele unter ihnenbemerken sollte, die eher Thoren und Rasende genannt zu wer-den verdienen, als Blutzeugen. Auch kannte er ohne Zweifeldas menschliche Herz zu gut, als daß er nicht wissen sollte, einegeliebte Grille könne es eben so weit bringen, als die Wahr-heit in allem ihren Glänze. Kurz, er ist nicht allein ein starkerVerfechter des christlichen Glaubens, sondern auch ein vorsichtiger.Zwey Dinge, die nicht immer beysammen sind. — — Manbetrachte noch das Ucbrigc! Lardan hätte es bey den historischenGründen können bewenden lassen; denn wer weis nicht, daß,wenn diese nur ihre Nichtigkeit haben, man sonst alle Schwie-rigkeiten unter das Zoch des Glaubens zwingen müsse? Alleiner ist zu klug, diese Aufopferung der Vernunft, so gerade hin,zu fordern. Er behauptet vielmehr, daß die ganze Lehre Christinichts enthalte, was mit der Moral und mit der natürlichenWcltwcishcit streite, oder mit ihr in keine Einstimmung könnegebracht werden: niliil eviitiueut prieee^tct t^ln-Mi it ^Iiilut'u^>Iii^