Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
56
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Schriffte», Tritter Theil.

morali aut natur-lli «S/o?»««, sind seine eigne Worte. Das istalles, was man verlangen kann! Man sage nicht, daß er da-durch ans einer andern Seite ausgeschweift sey, und unsrer Re-ligion ihre eigenthümlichen Wahrheiten, auf welche die Vernunft,vor sich allein, nicht kommen kann, absprechen wolle. Wenndieses seine Meinung gewesen wäre, so würde er sich ganz an-ders ausgedrückt haben; die Lehre Christi, hätte er sagen müssen,enthält nichts anders, als was die Moral und natürliche Phi-losophie enthält; nicht aber: was sie enthält, harmonirt mitdiesen. Zwey ganz vcrschicdnc Sätze! Besonders dringt er aufdie Vortrcflichkcit der christlichen Moral, und sagt klar, daßnur Christus das vollkommenste Muster aller Tugenden sey: illlusvitam Myulirv nomo ljuamv!« optimus, imitari autom «zuilibotpoteK. Huicl polest? imo Quantum al» illius vxvmplo alitevllis,tsntum neisrii inons intlnis. Man wäge diese Worte, die ichvielleicht in der Ucbcrsctzung zu schwach gegeben habe! Aberman sage mir nun endlich auch, ob man mehr Gutes von un-srer Religion sagen könne? Wer mehr Gründe verlangt, ver-räth, meines Erachtcns, Lust, gar keine Stattfinden zu lassen;und wer mehrere beybringt, Begierde lieber viele und schlechte,als wenige und gute zu haben. Mit einem Worte, ich haltediese Stelle des Carvans für den gründlichsten Auszug, den manaus allen Vertheidigungen der christlichen Religion, die, vorihm und nach ihm, sind geschrieben worden, machen kann.

Noch ist der zweyte Fall zurück. Wann Larvan die Gründefür die Wahrheit nicht geschwächt hat, so kann er doch der Lü-gen Farbe und Leben gegeben, und sich dadurch verdächtig ge-macht haben. Auch dieses verdient erwogen zu werden.

Vor allen Dingen srage ich also; ob es erlaubt sey, beyUntersuchung der Wahrheit, sich die Unwissenheit seines Gegnerszu Nutze zu machen? Ich weis wohl, daß man in bürgerlichenHändeln nicht nöthig hat, seinem Widersacher Beweise gegensich an die Hand zu geben, ohne die er seine Sachen sogleichverlieren müßte. Man würde vielmehr denjenigen für einenRasenden halten, der es thäte, wann er nicht gewiß wäre, daßer, alles und jedes, auf das augenscheinlichste widerlegen könne.Aber warum? Weil sein Verlust nothwendig mit des andern