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Schrifften. Trittcr Theil.
„slichung, für das beste zu seyn fand, um ein nicht unwürdiger„Gotlcsgclchrtcr — — (so will ich unterdessen das Wort üe.„liglolus übersetzen.) dieses Jahrhunderts zu werden. Zch weiß„gewiß, es wird dir sehr nützlich seyn, und du wirst in kurzen„sehr viel daraus lernen können, wenn du nur folgsam seyn
„willst. Lebe wohl. Datum A ooneoptiim iu nti» lebrüi.
Nach dieser Zucignungsschrift, die nicht viel besser, als eine--doch der Leser mag es selbst entscheiden, was sie zu ver-sprechen scheinet? — — Hier folgt die Abhandlung selbst, de-ren Hauptsätze ich folgender Maasscn zusammen ziehe.
5- 1-
„Höre mir zu, der du dich von dem Pöbel absondern, zueiner grösser» Theologischen Weisheit gelangen, und viel in kur-zer Zeit lernen willst. Du wirst sehen, daß der Weg zu demErhabensten heut zu Tage sehr leicht ist, so daß du dich überdie Glückseligkeit deiner Zeiten, und über deine eigne Fähigkeitwundern wirst. Ohne viel Sprachen zu lernen, ohne die Nächteschlaflos hinzubringen, ohne viel Ocl und Fleiß zu verlieren,will ich dir das Innerste der Weisheit cröfncn. Laß andresich quälen, so viel wie sie wollen; sie wollen das gute nichterkennen :c.
5- 2.
„Du also der du dich berühmt zu machen gedenkest, überrededich vor allen Dingen, daß du ein ganzer Mann bist, unddaß dir nichts fehlt, um von allen, was dir in den Weg kömmt,urtheilen zu können. Weg mit der thörigtcn Behutsamkeit. Werwird seine Meinung andern unterwerfen wollen? Weg mitsolcher Sklaverei)! Keine Sklaverei) ist schimpflicher als die frey-willige zc.
5- 3-
„Halte die Gottcsgelahrhcit für das allcrlcichtcste Studium
--Glaube, daß nichts weniger Mühe kostet, als das wahre
von dem falschen, und das Licht von der Finsterniß zu unter-scheiden. Zch versichrc dir, daß alle Schwierigkeiten in der Ein-bildung bestehen; und daß nichts schwer ist, als was einemschwer scheinet. Der Löwe entsetzt sich über das Quackcn desFrosches und wann er näher kömmt, zertritt er ihn zc.