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5- 11-
„Mit diesen Eigenschaften ausgerüstet, mußt du dich zu kei-ner gewissen Sekte bekennen, und auf keines Worte schwören.Auch die Namen der Lutheraner, Papisten und Calvinistenmußt du nicht einmal vertragen. Remonstrantcn oder Contra-rcmonstranten; was will das sagen? Die Christen müssen untersich alle Brüder seyn. Luther war so gut ein Mensch als an-dre, und wir fehlen alle mannigfaltig zc.
5- 12.
„Wann du aber ja in einer von den Sekten bist aufcrzo-gen worden, so verachte doch die andern nicht dabey. Jede hatetwas gutes; suche dir das Beste aus; lerne aus allen etwas,und nicht ans einer alles. Hast du aber Schreiben gclcrnet,so mache dir selbst ein theologisches System ?c.
5- 13-
„Hasse also keine Sekte, und glaube, daß, wie der Deutschesagt, hinter dem Berge auch noch Leute wohnen. Gedenke andas, was Barläus in seinem schönen Epigrammare sagt:
— — — — — non unius Nv!,
Nor> popul! umus orvclimus el'to p!um
8i sspimus <ZivorIa, Ooo v'ivsmus amiei,
Oocw^uö niLlis pretio eonstet ubitjue tuo 6:e.
5- 14.
„Wann du ja hassen willst, so hasse die Katholiken vor al-len andern, weil sie die Gewissen binden, uns alle Freyheit imDenken rauben, und nach der Art der Alten eine gar zu strengeKirchcnzucht haben; weil sie die Kirche zu einem Gefängnisse,und den Glauben zu einer Marterbank machen zc.
5- 16.
„Nach diesen verachte die Lutheraner oder Ubiquctistcn.Diese Hcerde ist sehr zanksüchtig, sie dünkt sich allcine klug, undhat noch viel von den äusserlichcn päbstischcn Ceremonien beybe-halten. Alle Ceremonien aber, bcfchl ich dir, zu fliehen.Wozu soll das Kniebeugen, das Kreuzmachcn, die Entblösungdes Hauptes? Dergleichen Grimassen gehören für die Klopf-fechter und Tänzer.