Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
74
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74 Schrifften. Dritter Theil.

5- 16.

Sonst aber halte alle Sekten in gleichem Werthe, es mö-gen nun Arminianer, oder David-Zoritcn, oder Brownistcnseyn. l'^riusvo tust nullo cliserimine Iisdeto. Laß dir es

auch niemals in den Sinn kommen, als wenn die pabstlichcReligion weniger zu hassen wäre, als die Photinianische oderMahomctanischc. Den Scktircr mußt du fliehen, sofern er einScktircr ist, nicht aber, insofcrne er irret.

5- 17.

An allen Glaubenslehren und Lcbcnspflichtcn zweifle indeinem Leben wenigstens einmal. Und wann du es thust; soentziehe dich allem Umgänge der Menschen. Begicb dich in dieEinsamkeit, welche dich manches lehren wird! Ziehe keine Bü-cher dabey zu Rathe; sondern bloß und allein dich. Wenn derGeist von allzu vielen Lesen abgemattet ist, so kann er vonnichts gehörig urtheilen Zc.

5- 18.

Die Bibel rathe ich dir, ohne alle Hülfe zu lesen. Dochbrauchst du nicht immer darüber zu liegen; aufs höchste bey gar-stigem und traurigen Wetter, oder wann du von der Arbeitmüde und zu andern Verrichtungen ungeschickt bist. Fliehe alleAusleger; denn glaube mir, kein einziger ist von Vorurthci-lcn frey.

H. 19.

Alle andre Gebetbücher, oder Gesangbücher kannst du beyder Bibel entbehren. Ich rathe dir überhaupt nicht, dich gewis-ser Formeln bey dem Beten zu bedienen; nicht einmal des Ba-rer Unsers. Das ist eine elende Andacht, die ihr Feuer ausden Büchern hohlen will! Zc.

5. 20.

Die Bibel selbst aber lies mit Sorgfalt und Ucbcrlcgung;nicht mit jener sinnlosen Ehrfurcht, die man Andacht zn nen-nen pflegt. Es sind Orte wo selbst Paulus anstößt, und woPetrus stolpert. Homer schläft ja selbst manchmal ein. Liesdie Bibel, nicht anders als du den Livius, Froschmäuslcr, oderder Gräfin von Bcmbrok Arkadien liesest. Einiges davon lobstdu; einiges übergehst du; von einigem wolltest du, daß es lieber