Rettung des I^rr-ri N^wiosl. 79
crstc Tilgend eines Züngcrs der grossen und allgemeinen Reli-gion. Misckc daher fein oft in deine Reden die Wörter, wenn,vielleicht, es scheinet, ich halte, meistentheils, kaum, ohneNwcifcl. Sage zum Exempel: wenn irgend ein Glaubensbc-kanntniß nach allen Vorschriften der Frömmigkeit und -Hei-ligkeit abgefaßt ist, so ist es wohl das Augspurgische; diePhotiniancr sind des christlichen Namens kaum würdig;die Calvinisten scheinen aus Begierde, die göttliche Gnadegroß zu machen, den unbedingten Rathschluß aufgebrachtzu haben; dem ehrlichen -Hugo Grotius ist hier etwasmenschliches zugeflossen, :c. Aber ganz anders mußt du vondenjenigen reden, die mit deinen besondern Meinungen nichtübcrcin kommen wollen.
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XIII. „Gieb dich bey Strcituntcrrcdungcn niemals überwun-den. Wenn dein Gegner scharfsinniger ist, und dich mit Schlüs-sen eintreiben will, so halte immer einen Einfall in Bereitschaft,den du diesem Schulfnchse in den Bart werfen kannst. Allen-falls kannst du ihm auch sagen, daß er dich nicht verstehe, unddaß er selbst nicht wisse, was er wolle?
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XIV. „Bey allen Streitfragen fange ganz von vorne an.Setze nichts voraus. — — — (Doch ich will diesen Para-graphen, nicht weiter ausziehen; ich werde ihn unten ganz ein-rücken müssen, weil die von dem Herrn Vogt angezogene Stelledaraus genommen ist.)
5- 46.
XV. „Rühme dich oft deiner heiligen Betrachtungen, deinerGeduld, deiner Demuth, und deiner andern dir verliehenenGnadengaben. Thue aber, als wenn du hierbei) nicht deine,sondern Gottes Ehre suchtest.
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XVI. „Lebe so, als wenn dich diese Zeiten ganz und garnichts angingen. Entweder siehe beständig auf das vergangne;oder spare dich bessern Zeiten. Die Berge werden bald etwasgebühren, und alsdcnn wird eine sehr grosse Veränderungentstehen.