Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
93
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Rettung dcS Lochlcius.

dringen wollte, ein Augustiner Mönch, mit Nahmen MarrmusSucher hervor, welcher der Urheber dieser Tragödie ward, undvielleicht aus Neid gegen den Dominikaner , verschiedene Artickclim Druck ausgehen ließ, in welchen er behauptete, daß der Do-minikaner mit seinem Ablasse viel weiter gehe, als ihm dcrPabsterlaubt habe, oder auch erlauben könne. Der Dominikaner ,als er diese Artikel gelesen hatte, gcrieth wider den Augustinerin Wuth; die Mönche fingen nunmehr an, Theils mit Schelt-wörter!, Theils mit Gründen, hitzig unter einander zu streiten;einige vertheidigten die Predigt, andre die Artikel, bis endlich(weil das Böse niemals Grenzen kennet) der Augustiner denpäbstlichen Ablaß ganz und gar zu verspotten wagte, und vor-gab, er sey nicht so wohl zum Heile christlichen Volks, als viel-mehr, um den Gcitz der Priester zu sättigen erfunden worden.Dieses ist also der erste Auftritt dieser Tragödie, die wir demHasse der Mönche zu danken haben. Denn da der Augustinerauf den Dominikaner, der Dominikaner auf den Augustiner,und beyde auf die Franciscancr neidisch sind, was kann mansich anders als die allerheftigsten Uneinigkeiten versprechen? Nunkommen wir aus den zweyten Auftritt. Der Herzog von Sachsen,Friedrich, hatte gehört, daß aus diesem Ablasse dem Kardinalund Erzbischofe zu Maynz, Alberto, seinem College» bey Er-wchlung römischer Kayscr, mit dem er aber über den Fuß ge-spannt war, viel Vortheil zuflicsscn werde, so wie er mit demPabstc deswegen eins geworden war. Da nun also der Herzogauf Gelegenheit dachte, dem von Maynz diesen Vortheil zu ent-rücken, so bediente er sich des Mönchs, der zu allem kühn undunverschämt genug war, und dem päbstlichen Ablasse schon denKrieg angekündiget hatte. Er ließ alles Geld, welches in sei-nen Ländern aus dem Ablaßkrahme war gclösct worden, denCommissaricn wegnehmen, und sagte: er wolle selbst einen eig-nen Mann nach Rom schicken, welcher dieses Geld zu demBaue der Heil. Petrilnrche überbringen, und zusehen solle,was man für einen Gebrauch von dem übrigen Gelde, dasvon andern Seiten herbeygeschaft würde, in Rom mache.Der Pabst, dem es zukömmt, die Freyheit der Kirche zu be-schützen, und zu verhindern, daß kein weltlicher Fürst sich in