Rettung des Cochläns.
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entschlossen, seine Schriften tapfer zn vertheidigen, und mit demLajeranus (so hieß der Legate) sich in einen Streit darüber ein-zulassen. Lasetanus sagte, man müsse den Mönch ganz nnögar nicht anhören, der so viel Lästerungen rviöer den römi-schen Pabst geschrieben hätte. Allein die Rcichsstände erwie-derten: es würde sehr unbillig se^'n, wenn man ihn unvcr-hört verdammen, oder zwingen wolle, dicsenigen Schriften,die er zu vertheidigen entschlossen wäre, ohne Ueberzeugungzu wiedcrruffcn. wenn daher Casetan, (der, wie du weißt,in der heil. Schrift selbst nicht unerfahren ist,) wuchern über-zeugen könne, so rvären sie und der Rayser bereit ihn zuvernrcheilen. Da Lasecan also sahe, daß er nichts ausrichtenwerde, wenn er sich nicht mit Luthcrn näher einlassen wollte; daer es auch wirklich vcrschicdncmal versuchte, und sehr unglücklichdamit war; so begab er sich, unvcrrichtctcr Sache, wieder fort.Luther aber, der mit grösser» Ehren wegging, als er war vor-gelassen worden, triumphirtc als ob er völlig den Sieg erfochtenhätte. Weil er sich übrigens ans den Schutz des Herzogs vonSachsen verlassen konnte, so trieb ihn seine Hitze immer weiterund weiter, und er hörte nicht auf, beständig neue Lehren, diemit dem apostolischen Glauben streiten, in Druck ausgehen zulassen. Da also der Pabst sahe, daß er es im guten nicht da-hin bringen könne, daß man diesen lästernden Mönch zur ver-dienten Straffe zöge; da er befürchten mußte, daß das Gift,welches schon weit und breit um sich gegriffen hatte, noch mehrSchaden thun, und Luther auch rechtgläubige Männer auf seineSeite ziehen könne, so ließ er eine sehr heftige Bulle wider ihnund seine Anhänger ausgehen, und erklärte sie alle für Irrgläu-bige und Ketzer. Hierdurch ward K.mhcr nicht so wohl aufge-bracht, als völlig in Raserey gesetzt, n»d erklärte den Pabstselbst (welche Unverschämtheit!) für einen Irrgläubigen und Ke-tzer. Er gab unter andern ein Buch unter dem Titel <Ze Opti-vitatv nad^Ioniea ^ecletii» heraus, und es ist unglaublich, mitwas für Ränken er darinnc die Lehrsätze und Anordnungen derKirchcnversammlungcn und Päbste angreift. Er behauptet sogar, daß Johann -Huß auf dem Concilio zu Costniy unschul-dig sey verbrannt worden, und daß er alle seine Artikel, die