122 Theatralische Bibliothek.
welchem man schreibt, unterworfen sey, und daß man diesem Ge-schmacke also folgen müsse, wenn man darinne glücklich seyn wolle;so nehme ich diese Maximen ganz gerne an: allein was kann darauszur öhre des weinerlich Komischen fließen? Weit gefehlt, daß der all-gemeine Geschmack sich dafür erkläre; wenigstens sind die Stimmengetheilt. W giebt ein auScrwähltcS Häufchen Zuschauer, bey welchemdas heilige Feuer der Wahrheit gleichsam niedergelegt worden, unddessen sichrer und unveränderlicher Geschmack sich niemals unter die Ty-rannei) der Mode geschmiegt, noch diesen Götzen weniger Tage ange-bethet hat.
Diesem erleuchteten Theile des Publicums hat man es zu danken,daß sich noch in allen Gattungen jene ausgesuchte Empfindung derNatur und jener vollkommene Geschmack erhält, der, indem er widerdie Blendungen gefährlicher Neuigkeiten eifert, zugleich den wirklichnützlichen Erfindungen ihren wahren Werth zu bestimmen weis. Erist eben so einfach, als die Wahrheit selbst; oder wenn man lieberdem Lehrgebäude des franzosischen Odendichters ° folgen will, so giebtes nur einen gedoppelte», deren Züge hier zn entwerfen nicht midien,lich seyn wird, damit man den Unterscheid ihrer Charaktere desto bes-ser empfinde.
Tcr erste giebt sich mit den Lastern ab, welche verächtlich machen,und mit den Ungereimtheiten, durch die man lächerlich wird: er belebtseine Bilder mit lachenden nnd satyrischcn Zügen; er will, daß sichjeder in seinen Gemählden erkennen, und über seine eigne Abschilde-rnngcn eben so boshaft lachen solle, als ob alles auf Kosten seines
° Der Verfasser zielt hier auf eine Stelle i» des Rousseau Briefe anTbalicn. Sie ist so trocken schön, daß ich sie nicht zu übersetzen wa^e. Wennich mich nicht irre, so ist es eben die, welche der Herr von Voltaire aneinem Orte sehr scharf getadelt hat. Man sehe, ob Rousseau mehr darinnesagt als, daß es mit dem Geschmacke eine tützlichc Sache sey, und daß ernothwendig entweder gut oder schlecht seyn muffe.?vut iotlilul, toul, »rl, louw Police8uiior<io»»ü>.- itu pouvvir >Iii ekpriev,liuit vire »usli «o»ten.»kim»knt nvnr lou«8ul>oriioi»wv » i>u» ilittvre»!» xoui».
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