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4 (1838)
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Theatralische Bibliothek.

spiclcrinncn Sohn nennen zu hören, deren Großvater er hätteseyn können.

Zn dem zweyten Buche des ersten Theils handelt der Ver-fasser von einigen Vorzügen, welche gewisse Schauspieler insbe-sondere haben müssen. Diese Schauspieler sind erstlich diejenigen,welche man in der Komödie Vorzugsweise die komischen nennt;zweitens diejenigen, welche sich in der Tragödie durch ihre Tu-genden unsere Bewunderung, und durch ihre Unglücksfällc unserMitleiden erwerben sollen; und drittens diejenigen, welche sowohl in der Tragödie als Komödie die Rollen der Liebhabervorstellen. Alle diese haben gewisse besondere Gaben nöthig,welches Theils innerliche, Theils äußerliche sind. Dieser Ein-thcilung gemäß macht der Verfasser in diesem zweyten Buchezwey Abschnitte, deren erster die innerlichen, und der zweytedie äußerlichen Gaben untersucht. Wir wollen uns zu dem er-sten Abschnitte wenden, welcher aus fünf Hauptstückcn besteht.Zn dem ersten -Hauprstucke zeigt er, daß die Munterkeit den-jenigen Schauspielern, roclchc uns zum lachen bewegen sol-len, unumgänglich nöthig sey.Wenn man, sind seineWorte, eine komische Person vorstellt, ohne selbst Vergnügendaran zu haben, so hat man das bloße Ansehen cincS gcdun-gcncn Menschen, welcher nur deswegen Komödiant ist, weiler sich seinen Lebensunterhalt auf keine andre Art verschaffenkann. Theilt man aber das Vergnügen mit dem Zuschauer,so kann man sich allezeit gewiß versprechen, zu gefallen. DieMunterkeit ist der wahre Apollo der komischen Schauspieler.Wenn sie ausgeräumt sind, so werden sie fast immer Feuerund Genie haben. - - Es ist aber hicrbcy wohl zu merken,daß man diese Munterkeit mehr in ihrem Spiele als auf ihrenGesichtern zu bemerken verlangt. Man giebt tragischen Schau-spielern die Regel: weinet rvenn ihr wollt, Saß ich weinensoll; und den komischen Schauspielern sollte man die Regel ge-ben: wacher fast niemals, rvenn ihr wollt, daß ich lachensoll. - - Das zweyte -Hanprsiück zeigt, Saß derjenige, welcherkeine erhabne Seele habe, einen Helden schlecht vorstelle.Unter dieser erhabnen Seele muß man nicht die Narrhcit ge-wisser tragischen Schauspieler verstehen, welche auch außer dem