Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
185
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Auszug aus dem Schauspiclcr.

Theater noch immer Prinzen zu seyn sich einbilden. Auch nichtdas Vorurthcil einiger von ihnen, welche große Acteurs den al-lergrößten Männern gleich schätzen, und lieber gar behauptenmöchten, es sey leichter ein Held zu seyn, als einen Helden gutvorzustellen. Die Hoheit der Seele, von welcher hier geredetwird, besteht in einem cdcln Enthusiasmo, der von allem wasgroß ist in der Seele gewirkt wird. Dieser ist es, welcher dievortrcflichen tragischen Schauspiclcr von den mittelmäßigen un-terscheidet, und sie in den Stand setzt, das Herz des gemeinstenZuschauers mit Bewegungen zu erfüllen, die er sich selbst nichtzugetrauet hätte - - Mit diesem Enthusiasmo, welcher für die-jenige Person gehöret, die Bewunderung erwecken soll, muß der-jenige Theil der iLmpfinSung verbunden werden, welchen dieFranzosen unter dem Namen des Eingerveiöes (ä'LtttrinIIos)verstehen, wenn eben dieselbe Person unser Mitleiden erregenwill. Hiervon handelt das dritte -Hauptsiück.Wollen dietragischen Schauspiclcr, sagt dcr Verfasser, uns täuschen; somüssen sie sich selbst täuschen. Sie müssen sich einbilden, daßsie wirklich das sind, was sie vorstellen; eine glückliche Rasc-rcy muß sie überreden, daß sie selbst diejenigen sind, die manverräth, die man verfolgt. Dieser Irrthum muß aus ihrerVorstellung in ihr Herz übergehen, und oft muß ein eingebil-detes Unglück ihnen wahrhafte Thränen auspressen. Alsdannsehen wir in ihnen nicht mehr frostige Komödianten, welcheuns durch gelernte Töne und Bewegungen für eingebildete Be-gebenheiten einnehmen wollen. S« werden zu uinnnschränktcnGebiethen, über unsre Seelen; sie werden zu Zaubrcrn, diedas unempfindlichste empfindlich machen können - - Und diesesalles durch die Gewalt dcr Traurigkeit, welche Leidenschafteine Art von epidemischer Krankheit zu seyn scheinet, derenAusbreitung eben so schnell als erstaunlich ist. Sie ist vonden übrigen Krankheiten darinne untcrschicdcn, daß sie sichdurch die Augen und durch das Gehör mittheilet; wir brau-chcn eine mit Grund wahrhaft betrübte Person nur zu sc-hcn, um uns zugleich mit ihr zu betrüben. Dcr Anblick derandern Leidenschaften ist so ansteckend nicht. Es kann sich einMensch in unsrer Gegenwart dem allerheftigstcn Zorne überlas-