Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
217
Einzelbild herunterladen
 

Ueber das Lustspiel die Juden.

217

ist übrigens noch mit dem in Kupfer gcstochnen Bilde unsersDichters geziert, von welchem der Verleger versichert, daß eres nicht ohne Mühe erhalten habe. Ich weis nicht ob es ähn-licher ist als das, welches Petit bereits 1740, nach dem Ge-mählde eines Ä.argilliere gestochen hat; so viel weis ich, daßdieses von bessern Geschmack ist.

VI. Ueber das Lustspiel die Juden,

. im vierten Theile der Leßingschen Schriften.

Unter den Beyfall, welchen die zwey Lustspiele in dem vier-ten Theile meiner Schriften gefunden haben, rechne ich mitRecht die Anmerkungen, deren man das eine, die Juden, werthgeschätzt hat. Ich bitte sehr, daß man es keiner Unlcidlichkcitdes Tadels zuschreibe, wenn ich mich eben jczt gefaßt mache,etwas darauf zu antworten. Daß ich sie nicht mit Stillschwei-gen übergehe, ist vielmehr ein Zeichen, daß sie mir nicht zuwi-der gewesen sind, daß ich sie überlegt habe, und daß ich nichtsmehr wünsche, als billige Urtheile der Kunstrichtcr zu erfahren,die ich auch alsdcnn, wenn sie mich unglücklicher Weise nichtüberzeugen sollten, mit Dank erkennen werde.

Es sind diese Anmerkungen in dem 70lcn Stücke der Göt-tingschcn Anzeigen von gelehrten Sachen, dieses Jahres, ge-macht worden, und in den Zcnaischcn gelehrten Zeitungen hatman ihnen beygepflichtet. Ich muß sie nothwendig hersetzen,wenn ich denjenigen von meinen Lesern, welchen sie nicht zuGesichte gekommen sind, nicht undeutlich seyn will.Der End-zweck dieses Lustspiels, hat mein Hr. Gegner die Gütigkeit zusagen, ist eine sehr ernsthafte Sittcnlehrc, nehmlich die Thor-heit und Unbilligkcit des Hasses und der Verachtung zu zeigen,womit wir den Juden meistcnthcils begegnen. Man kann da-her dieses Lustspiel nicht lesen, ohne daß einem die mit glei-chcm Endzweck gedichtete Erzählung von einem ehrlichen Juden,die in Hrn. Gcllcrts Schwedischer Gräfin stehet, bcyfallcnmuß. Bey Lesung beyder aber ist uns stets das Vergnügen,so wir reichlich empfunden haben, durch etwas unterbrochenworden, das wir entweder zu Hebung des Zweifels oder zu