Nou dcu Trauerspielen des Scncc.!, 231.
sei» ncli erobertes Reich durch nichts mehr befestigen könne, alswenn er sich mit der Megara vermählte. Er kann sich nichtvorstellen, daß sie seinen Antrag verachten werde: sollte sie esaber thun, so hat er bereits den festen Entschluß gefaßt, dasganze Herkulische Haus auszurotten. Er fragt nichts darnach,was das Volk von so einer That urtheilen werde; er hält esfür eines von den vornehmsten Stücken der Rcgicrungskunst,gegen die Nachreden des Pöbels gleichgültig zu seyn. Zn die-ser Gesinnung will er sogleich den Versuch machen, und gehtauf N7egara los, die sich schon im voraus von seinem Vorha-ben nichts gutes verspricht. Seine Anrede ist nicht schlecht; ermacht ihr eine kleine Schmeichelet) wegen ihrer cdcln Abkunft,und bittet sie, ihn ruhig anzuhören. Er stellt ihr hierauf vor,wie übel es um die Welt stehen würde, wenn Sterbliche einan-der ewig hassen wollten. „Dem Sieger und dem Besiegten„liegt daran, daß der Friede endlich wieder hergestellet werde.„Komm also und theile das Reich mit mir; laß uns in ein„enges Bündniß trcttcn, und empfange meine Rechte, als das„Pfand der Treue. — — Megkra sieht ihn mit zornigenBlicke an. „Ich, spricht sie, sollte deine Rechte annehmen,„an welcher das Blut meines Vaters, und meiner Brüder klebt?„ Eher soll man die Sonne im Ost untergehen, und im West auf-gehen sehen; eher sollen Wasser und Feuer ihre alte Feindschaft„in Friede verwandeln :c. Du hast mir Vater, Reich, Brüder„und Götter geraubt. Was blieb mir noch übrig? Eins blieb„mir noch übrig, welches mir lieber als Vater, Reich, Brüder„und Götter ist: das Recht dich zn hassen. Ach! warum muß„auch das Volk dieses mit mir gemein haben. — — Doch„herrsche nur, Aufgeblasener; vcrraihc nur deinen Ucbcrmnth!„Gott ist Rächer nnd seine Rache folget hinter dem Rücken„der Stolzen." Sie stellt ihm hierauf vor, was für ein stren-ges Schicksal fast alle Thcbanischc Regenten betroffen habe.Agave und Zno, Ocdipus und seine Söhne, Niobc und Cad-mus sind ihre schrecklichen Beyspiele. „Sich, fährt sie fort, diese„warten deiner! Herrsche wie du willst, wenn ich dich nur cnd-„ lich in eben das Elend, das von unserm Reiche so unzertrenn-lich ist, verwickelt sehe.--Z.fcus wird über diese Reden