Non den Trauerspiele» des Sciicc.,,
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dem Munde des Herkules für schreckliche Drohungen hielte»,für unsiiinigc Großsprcchcrcycn halten, und sie als solche, mitsamt dem Dichter, auspfcifcn wollen? Zch will auf diesen Um-stand nicht weiter dringen, weil man schon zu oft darauf ge-drungen hat. Daß unser Verfasser sonst die Regeln der Bühnegekannt, und sich ihnen mit vieler Klugheit zu unterwerfen ge-wußt habe, ist nicht zu leugnen. Er hat die Einheit der Zeitgenau beobachtet. Die Handlung fängt kurz vor Tage an, undendet sich noch vor einbrechendem Abend. Daß dem also sey,beweiset die Stelle der Juno im ersten Aufzuge. Z. 124.
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und die Stelle im vierten Auszüge: Z. 93l).
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(>i»xero tonoliiiL.Wenn es also da noch Mittag ist, so bleibt für den Schlafdes Herkules Zeit genug übrig, daß er noch vor Abend aufwa-chen kann. Auch die Einheit des Orts wird man nicht unter-brochen finden. Die Scene ist bey dem Altare, welcher demJupiter vor dem Pallastc des Herkules aufgebauet war. Zudiesem nehmen Amphitr^o und Megara ncbst ihren Kinder»mit Anbruch des Tages ihre Zuflucht. A» diesem wollte sieL.)?cus verbrennen lassen, weil er sie nicht mit Gewalt davonwegreisten durste. Bey diesem findet sie Herkules, als er plötz-lich erscheinet. Aus diesem will er den Göttern ein Dankopfcranzünden :c. Endlich ist auch die Einheit der Handlung ohneTadel. Die Ermordung des A.yens ist eine blosse Episode,welche mit vieler Kunst in das Gauzc eingewebt worden. Sieist nicht die Hauplhandlung, sondcr» bloß die Gelegenheit zuderselben. — — Dieser Umstand sührt mich auf einevergleickung mit des LLuripides ,asei»Sem Herkules.
Der ^ll-x^c ^«tva^xT'vc,- ist das achtzehnte unter denübrig gebliebenen Trauerspielen des Griechen. Daß sich derRömer dasselbe zum Muster vorgestellet habe, ist nicht zu leug-nen. Allein er hat nicht als ein Sklave, sondern als ^inKopf, welcher selbst denkt, nachgeahmt, und vcrschicdnc Fehler,welche in dem Norbildc sind, glücklich verbessert, Ich kann