Theatralische Bibliothek.
soncn mit der scinigcn zu vergleichen. Andere Kunstrichtcr habennoch weniger zum Ziele getroffen. — Zch komme zu demzweyten Trauerspiele.
II. T h y c st.Innhalc.
Atreus und kLhyest, die Söhne des Pelops, regierten beydezu Argos, ein Zahr um das andre. Thuest verliebte sich indie Gemahlin seines Bruders, in die Aerope, und entwendetedurch deren Hülfe den güldncn Widder, mit dessen Besitze dasSchicksal des Reichs verknüpft war. Er flöhe davon, und ent-ging auf einige Zeit der Rache des Atreus, Doch dieser dachteunaufhörlich auf die Vollziehung derselben, und hielt endlicheine verstellte Versöhnung für das sicherste Mittel. Seine eig-nen Kinder mußten den Thuest bereden, daß er sicher zurück-kommen könne, weil sein Bruder alle Feindschaft bey Seite ge-legt habe. Er kam. Arreus empfing ihn mit aller Freundlich»kcit, deren die Bosheit fähig ist, wenn sie eine leichtgläubigeBeute in ihr Netz lockt. Allein wie unmenschlich waren dieFolgen. Atreus ermordete die Kinder seines Bruders am Al-tare; und machte seinem Bruder ein Mahl daraus, über welches
die Welt nicht aufhören wird, sich zu entsetzen.--Mehr
braucht man hoffentlich, zur Einleitung in das Stück selbst,nicht zu wissen.
Auszug.
Die Bühne eröffnen der Schatten des Tantalus und dieFurie XNegära. Tanmlus war der Großvater des Arreus unddes Thuest. Man kennet seine Verbrechen, und seine Strafein der Hölle. Zczt bringt ihn Megöra auf die Oberwelt. Ererstaunt und glaubt, daß man eine Veränderung der Quaalcnmit ihm vornehmen wolle. Doch NIegära entdeckt ihm garbald, daß er seine Familie mit Wuth und Haß anstecken undzu den grausamsten Verbrechen geneigt machen solle. „Zn die-„sen werde um den Vorzug gckämpft, und wcchsclswcisc zücke„man den Dolch. Der Zorn kenne weder Maaß noch Scham,„und blinde Raserey rcitzc die Gemüther. Die Wuth der Acl-„rcrn daure fort, und anhaltende Bosheit pflanze sich von ei-„nem Enkel auf den andern. Ohne jemandem Zeit zu gönnen,