Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
266
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Theatralische Bibliothek.

der Herrschsucht der zwey Brüder Gelegenheit, eine Menge Sit-tcnsprüchc über den falschen Ehrgcitz anzubringen, und mehrspitzig als gründlich zu bestimmen, worinnc das wahre König-reich bestehe.Zhr wißt es nicht, die ihr nach Schlössern gcitzct!Nicht der Reichthum, nicht der Glanz des Tyrischcn Purpurs,nicht das strahlende Diadem macht den König. .sUir der istKönig, welcher alle Furcht abgelegt, und alles Böse aus derwilden Brust vertrieben hat. Nur der, welchen nicht derohnmächtige Ehrgcitz, welchen nicht die immer wankende Gunst

des Pöbels bewegt.--Nur der, welcher von seiner sichern

Höhe alles weit unter sich sieht. Nur der, welcher seinem

Schicksale willig entgegen eilt, und ohne zu klagen stirbt.--

Es ersteige, wer da will, die schlüpfrige Spitze des Hofes; michsoll die süssc Ruhe sättigen, und verborgen will ich in sanfterStille dahin leben. Allen Quinten unbekannt, sollen meineZahrc sachte vorüber flicsscn. Und wenn meine Tage ohneGeräusche verschwunden sind, will ich Lebens satt und ohneTitel erblassen. Auf den wartet ein harter Tod, der, wenner sterben muß, allen viel zu bekannt ist, sich selbst abernicht kcnnct.

Dritter Aufzug.Diesen cröfnet Thuest mit seinen Söhnen, und unter die-sen führet Plisthenes das Wort. Sie langen auf die bctric-gcrischc Einladung des Atreus, an. Thyest erfreuet sich An-fangs, daß er endlich seine Vaterstadt, und die Götter seinerVäter, wenn anders, setzt er hinzu, Götter sind, wiedersiehet.Bald, spricht er, wird mir nun das Volk aus Zlrgosfröhlig entgegen kommen. Doch auch Arreus wird mit kom-mcn. O fliehe Thycst, und suche die dunkeln Wälder wieder,wo du unter dem Wilde ein ihm ähnliches Leben führtest.Laß dich nicht den falschen Glanz des Reiches blenden. Wenndu auf das siehest, was dir angebothen wird, so siehe auchauf den, der dir es anbietet. Unter den härtesten Beschwerlich-keiten bin ich bisher muthig und srölich gewesen. Doch nunfalle ich in marternde Furcht zurück; der Geist ist in bangerErwartung, und möchte den Körper nur allzugern zurück de-swegen. Zeder Schritt stockt, den ich thun will.--Plisthe-