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4 (1838)
Entstehung
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Theatralische Bibliothek.

habe», die dcinigcn umfassen. Laß lins alle» Zorn bey Seitelegen; laß uns allen Unwillen aus den Gemüthern verbannen.Empfange diese Unschuldigen als die Unterpfänder meiner Treue.

Atreus . Verlaß diese erniedrigende Stellung, und umarmemich, mein Bruder. Und auch ihr, ihr Stützen unsers Alters,cdcln Jünglinge laßt euch an meine Brust drücken. Lege dasschmutzige Kleid ab; verschone meine Augen mit einem solchenAnblicke: laß dir einen Schmuck reichen, der dem meinen gleichist; und tritt freudig in den Besitz deines Antheils an dem brü-derlichen Reiche. Ich will mich des grösser» Lobes erfreuen, meinenBruder unverletzt der väterlichen Würde wieder hergestellt zu ha-ben. Ein Reich besitzen, ist Zufall; ein Reich schenken, ist Tugend.

Thyest. Möchten dir doch, Bruder, diese deine Wohltha-ten die Götter würdig vergelten. Meine Armseligkeit schlägtes aus, die königliche Binde anzunehmen, und die unglücklicheHand scheuet sich vor dem Scepter. Erlaube mir, daß ich mit-ten unter dem Volke verborgen leben darf.

Atreus . Unser Reich leidet zwey Regenten.

Thyeff. Was du hast, soll mir so gut seyn, als ob iches selbst hätte.

Atreus . Wer wollte die frcywillig zuflicsscndcn Güter desGlücks verschmähen?

Thyest. Der, welcher es erfahren hat, wie schnell siewieder dahin sind.

Atreus . So willst du deinen Bruder die unschätzbarsteEhre nicht erlangen lassen?

Thyest. Deine Ehre hat bereits die erhabenste Staffel er-reicht, und nun ist es nur noch um meine zu thun. Za, ichhabe es fest beschlossen, das Reich auszuschlagcn.

Atreus . Wenn du deinen Antheil nicht wieder nimmst, sowill ich meinen verlassen.

Thyest. Wohl ich nehme ihn. Ich will den Namen dermir aufgelegten Herrschaft führen; dir aber allein sollen Gesetzeund Waffen mit mir dienen.

Alrcue. So laß dir denn um die ehrwürdige Stirne dasDiadem binden. Ich will gehen, und den Göttern die ver-sprochenen Opfer bringen.