Von den Trauerspielen des Sencca,
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die Sonnc vor Entsetzen zurücke flicht, eben Mittag. Der Dich-ter giebt diesen Zeitpunct in der 777ten Zeile:
O PIivsI>v patiens, fuFvris retro lieot,
Me^w^tte ruz)tum moisoiis clivm Ac.
und in der 792tcn
— — ^ csuc» veitls iterIVIoclio^uv cliom porclis Ol^mvo?
selbst an. Ist cs nun aber da Mittag, so muß Thycst nocheinige Stunden vor Mittage angekommen seyn. Einige Stun-den nach Sonnen-Aufgang ward er gehöhlt; und nun urtheileman selbst, wie viel Stunden zu obigem Zwischen-Raume übrigbleiben. Die natürlichste Entschuldigung, die einem hicbcy ein-fallen kann, ist diese, daß man sagte, Thyest müsse sich ganzin der Nähe aufgehalten haben; aber auch mit dieser Nähewird nicht alles gehoben seyn. Und wie nahe ist er denn würk-lich gewesen? Ich finde in dem ganzen Stücke zwey Stellen,aus welchen sich dieser Umstand cinigcrmaasscn bestimmen läßt.Die erste sind die Worte dcs Alreus, Z. 297.
----rolietis oxul Iiotpitüs vsFus
RkAno ut milorias nmtot <^e.Wenn hier Iiotpitia einen Aufenthalt in ganz fremden Ländern,und oxul einen, der sich ausser seinem Vatcrlandc aufhält, be-deuten soll, so wird dic vorgebrachte Schwierigkeit nicht vcr^ringcrt, sondern unendlich vergrößert. Nicht Argos allein; derganze Peloponnesus gehörte dem Aircus, und hatte dem Thuestgehört, so lange er mit seinem Bruder zugleich regierte. Sollsich dieser also ausserhalb demselben befunden haben, so konnteer nicht in einigen Stunden, sondern kaum in einigen Tagenherbey gcschaft werden. Doch die andere Stelle (Z. 412. u. f.)wird zeigen, daß man dic erste in cincm engern Verstände neh-men müsse. Thyest sagt zu sich selbst:
— — — repoto H-Ivoltres tuAgs,8-tItusyue äent'os potlus, A inixtsm 5er!s,8imilomcmo v!tam.--
Er hielt sich also nur in Wäldern verborgen, dic freylich nichtallzuweit, aber auch nicht allzunahe seyn dursten. Und in die-sen mögen ihn die Söhne dcs Atreus gesucht und auch sogleich