Lon den Trauerspielen des Seneca,
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Beschreibung des geheiligten Hayns, im vierten Auszüge desThycst, so wird man ohne Schwierigkeit in beyden Schildcrcyencbcn dcnsclbcn Pinsel, eben dieselben Farben entdecken. Beydeübrigens stehen auch vollkommen, die eine so wohl als die an-dre, ganz an der nnrcchtcn Stelle, und die Begierde zu mahlenmuß bey dem Dichter ausscrordcntlich groß gewesen seyn, daßer sie wenigstens nicht bis zur gelegenen Zeit hat mäßigen kön-nen. Ein andrer Fehler in unsern zwey Trauerspielen, ist dieöftere Auskrahmung einer zimlich gesuchten geographischen undastronomischen Gelehrsamkeit. An einem Orte in dem Herkuleshabe ich den Dichter zwar dicserwegcn gegen den P. Brumoyvertheidiget; (siehe oben S- 260. 261) allein man muß nichtglauben, daß ich das, was einmal sehr wohl zu entschuldigenwar, auch an allen andern Orten gut heisscn wolle. Ich brauchedieses hier nicht weitläuftigcr auszuführen, weil ich mich, in ei-ner so deutlichen Sache, sicher auf die Untcrschcidungskraft derLeser verlassen kann, und weil es überhaupt hier bloß auf dieGleichheit der Stellen, nicht aber auf ihren innern Werth an-kömmt. Man halte also folgendes aus dem Herkules:
(juis 1'anais, aut yuis ^ilus, aut yuis poiliea
Violentus uncia ligrls, aut knonus torox
"IsFusvv Ibera turdidus gaxa lluons
^dluero cioxtram potent?gegen folgende aus dem Thuest:
tju-xnam ikta roZio vlt, ^r^os ^ Lrisrto pios
8ortita fratres? & maris Aemini premvns
k'aucos Loriotkus? an leris Ittor suZam
preeliens ^lanis? an tu» seterna vivo
Hz^rcana tvllus? an vaZi pallim Le^tn»:?besonders aber den Chor des vierten Auszuges im Thuest gegenden Anfang des Herkules; und man wird sich hoffentlich, alleangeführte Umstände zusammen genommen, kein Bedenken machen,beyde Trauerspiele einem Verfasser zuzuschreiben,von neuern Trauerspielen, welche die Aufschrift iLhyest führen.
Auf dem italiänischen Theater stößt uns hier abcrmal <L.uv.Dolce auf, welcher den lateinischen Thyest nach seiner Artin Versen übersetzt hat. Delrio sagt von ihm: Italic« trsZa--
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