Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
292
Einzelbild herunterladen
 

292

Theatralische Bibliothek.

tliam ?n^el'tvm non ineloFanter I^uäovleus Ouleis eomposuit;und scheint also die Arbeit des Ztaliäncrs mehr für etwas ihmeignes, als für eine Ucbcrsctzung zu halten. Als eine solchemag sie auch wohl sehr untreu gerathen seyn, indem ihm, wieVrumoy anmerkt, so gar das oben gerühmte sAnolco lratrem ent-wischt ist; dessen Nachdruck er entweder nicht eingesehen, oderin seine Sprache nicht überzutragen gcwust hat. Wonder französischen Bühne haben wir schon bey Gelegenheit desHerkules, auch den Thycst des Roland Bristet angeführet; erist mit Chören, und wird also schwerlich etwas anders seyn,als eine schlechte Übersetzung, wie sie es zu seiner Zeit alle wa-ren. Außer diesem hat auch ein gewisser XNonrleon einenThyest drucken lassen. Desgleichen will man von einem Thyestdes Pousset de Montauban wissen, der sich aber nicht in derSammlung seiner Schauspiele (von 1664 in t2mo) befindet.Man kennt diesen lNomauban als einen Freund des Racine,des Despreaux und Lhapelle, und behauptet so gar, daß ermit an des erster» Lustspiele los plmcleuis arbeiten helfen. Dochalle diese drey französischen Schriftsteller haben des Ruhms ver-fehlt, den ein neuer Dichter aus ihrem Volke in diesen Schran-ken erwerben sollte. Ich würde mir daher einen grossen Fehlerder Unterlassung vorzuwerfen haben, wenn ich nichtvon dem Atreus und Thyest des altern Hrn. von Lrebillonetwas umständlicher handelte. Dieser schöne Geist, welcher, sozureden, mit dem Hr. von Fontenelle um die Wette lebt, kann,wenn er will, aus den 29tcn December dieses Jahres, sein thea-tralisches Jubiläum fcyern. An diesem Tage nehmlich, vor fünf-zig Jahren, ward sein erstes Trauerspiel in Paris zum ersten-male aufgeführt. Es war dieses sein Idomeneus, mit welchemer Beyfall genug erhielt, um sich aufmuntern zu lassen, derTragödie, die damals in einer Art von Entkräftung ganz dar-nieder lag, in seiner Person einen neuen würdigen Dichter zuverschaffen. Die unnachahmlichen Werke des Corneille und desRacine brachten alle, welche eben diese Bahn durchlaufen wol-len, zur Bewunderung nicht minder, als zur Verzweiflung. Siewaren unfähig diesen grossen Meistern zu folgen, und gabensich also nur mit den kleinen Theilen dieser Dichtungsart ab. Ei-