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4 (1838)
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Theatralische Bibliothek.

Vater vor sich kommen lassen, um einen Eid von ihm zu neh-men, daß er ihn nach Gefallen an seinem Feinde rächen wolle.Plisthenes ist so unvorsichtig, diesen Eid zu thun, ehe er es nochweis, wer der Feind des Atreus sey. Er hört endlich, daß esThyest sey, auf welchen diese ganze Zurüstung ziele, er crschriktund will sein Wort wieder zurük nehmen. Er verspricht zwar,allenfalls der Sieger seines Vetters zu seyn; aber nicht seinHenker. Doch Atreus hält ihn bey seinem Eide , und geht ab.Plisthenes beklagt sich gegen seinen Vertrauten den Thessander,und tröstet sich einzig damit, daß er vor Athen schon den Todwolle zu finden wissen. Endlich erkläret er ihm auch seine Liebegegen die unglückliche Unbekannte, die er nebst ihrem Vater ausden Wellen errettet habe. Sie ist es selbst die diesen Austrittunterbricht. Theodamia kömmt mit ihrer Vertrauten der Ä.o-nide, und bittet den Prinzen um ein Schis für ihren Vater,weil sie gehört habe, daß die Flotte noch heut von Euboea abflössen solle. Der Prinz bctaucrt, daß er für sich nichtsthun dürfe, und verweiset sie an den Atreus, von dem sie dieErfüllung ihres Wunsches um so viel eher erwarten könne, daer sie schon bereits den ersten Tag sehr gnädig empfangen, undihr allen Beystand versprochen habe. Er spricht ihr hierauf vonseiner Liebe, und will verzweifeln, weil er sie vielleicht nie wie-der werde zu sehen bekommen. Er erkundiget sich nach ihremVaterland?, nach der Ursache ihrer Reise, und fragt sehr galant,ob ihre Reize nur das einzige seyn sollten, was er von ihr ken-nen dürfe? Theodamie giebt ihm eine kurze Antwort, er sieht,daß sie ihm ein Geheimniß daraus machen wolle; versprichtaber dennoch bey seinem Vater für sie zu sprechen, so nachtei-lig es auch seiner Liebe seyn möge. Er geht ab und läßt diebeyden Frauenzimmer allein. Zn dieser Scene nun erfährt esder Zuhörer wer Theovamie und ihr Vater sind, und erfährtauch zugleich, daß die erstere gegen die Liebe des Plisthenesnicht eben unempfindlich sey. Sie bittet die Götter, den Thyestvor dem Atreus zu verbergen, und hält es schon für Unglükgenug, daß die Tochter des Thyest den Sohn des Atreus liebe,für welchen sie ihren Prinz nicht anders als noch halten kann.Sie bcgicbt sich weg, ihrem Vater von der Wirkung ihrer gc-