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4 (1838)
Entstehung
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Theatralische Bibliothek.

sich selbst an diesem Orte wieder bald bey ihm cinzufindcn.Dritter Aufzug. Atreus freuet sich, daß er den Thuest nun-mehr in seiner Gewalt habe. Er hat es gemerkt, daß Plisthe-ncs die Theodamie liebe, und ist entschlossen beyde dieserLiebe zu überlassen, von der er es fast nur allein wußte,wie lasterhaft sie sey. Za diese lasterhafte Liebe soll ihm so gardas Mittel werden, wodurch er den Plisthenes desto eher zurErmordung des kLhyest zu bringen denkt. Er hatte ihn durchden LLuristhenes vor sich fordern lassen; er führt ihm seinengethanen Eid zu Gemüthe und läßt ihm die Wahl, ob cr denThyest sogleich selbst ermorden oder scinc Geliebte vor seinenAugen sterben sehen wolle. Vergebens beruft sich der Prinzauf die geschehene Aussöhnung, und will lieber selbst sterben,als das Werkzeug zu einer so unmenschlichen That seyn: Atreus sieht den Thuest kommen, wicdcrhohlt seinen drohenden Befehlnochmals, und läßt ihn mit ihm allein. Dieser dankt demPlisthenes für scinc ihm erwicscnc Freundschaft, und versichert ihneiner Liebe, die seiner väterlichen Liebe gegen seine Tochter gleichkomme. Plisthcnes thut desgleichen, und gesteht, gegen denkLhyest cinc Zuneigung zu fühlen, die sein Herz mit ganz un-bekannten Regungen erfülle. Er giebt ihm von weiten alle dasUnglück zu verstehen, das über seinem Haupte hänge, und giebtihm eben den Rath zu fliehen, als Atreus wieder herein tritt.Er sagt ihm mit wenig Worten, daß cr seinen Ungehorsamschon zu bestrafen wissen wolle, und schickt ihn fort. Thyesterstaunt über diese Drohungen, wird aber auf eine gcbicthcrischcArt von seinem Bruder erinnert, daß er sich deswegen zufrie-den stellen solle, weil sie nichts bcträffcn, was ihn angehenkönne. Sobald Arreus allein ist, läßt cr seinen Verdruß überdie verzögerte Rache aus, und entschließt sich, den Theyst zwarleben zu lassen, aber ihn sonst auf cinc weit schrcklichcrc Artzu strafen, vierter Aufzug. Plisthencs erscheint, mit seinemVertrauten, voller Wuth, nachdem cr alle Anstalten zu cincrplötzlichen Flucht nehmen lassen. Er kann weder den Thyestnoch die Theodamie finden, und ist besonders wcgcn dcr lctz-tcrn in dcr grausamsten Unruhe, als cr sie zitternd und weinendauf sich zu kommen sieht. Sie sagt ihm, daß sie wcgcn ihres