Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
349
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Entwürfe ungedruckter Lustspiele des italienischen Theaters. 349

auf bringt man ihm den Lelio geführt, den Scaramouchc in ei-nem Zweykampfe verwundet hat, um die ihm gleichfalls vondem Vater erwiesene Beleidigung an dem Sohne zu rächen.

Sein zweyter Sohn Silvio nimt ihm, als er schläft, denbesten Theil seiner Kasse, und flicht damit fort, die Welt zudurchstreichen. Und damit das Unglück endlich vollkommenwerde, stiehlt ihm auch Harlequin, den er allezeit für einensehr getreuen Diener gehalten, auf Anstiften der Violette, einesehr beträchtliche Summe, und giebt sie diesem Mädchen, die ihnaber zum besten hat, und mit dem Scapin davon geht. Pan-talon erkennt nunmehr, daß sein lüderliches Leben die Quellealler dieser UnglückSfällc ist, versichert vom Trinken gänzlich ab-zulassen, und endiget das Stuck durch die Einwilligung, die erzu der Hcyrath der Flaminia mit dem Lelio ertheilet.

4) I'Impotteur msIZr«- lu!; in fünf Aufzügen, nach dem Ent-würfe des ältern Riccoboni den 4. Julius zumerstenmale aufgeführt.

Personen. Ä.elio K.moori ein edler Genueser. Harlequin,dessen Bedienter. Fapandro Ardcmi, ein Alter. Flaminia,dessen Tochter. Mario, dessen Sohn. Silvia, Schwester desLelio. Scaramoucbe, Liebhaber der Flaminia.

Die Scene ist zu Mayland, und dieser Entwurf selbst isteigentlich aus einem spanischen Lustspiele des Morero gezogen.

Lelio hatte in Genua , seinem Vatcrlande, einen unbekann-ten Cavalicr in einer vertrauten Unterredung mit seiner Schwe-ster Silvia betroffen, sich mit ihm geschlagen und ihn verwun-det. Weil er die Folgen dieses Zwcykampfs fürchtet, welcherseinen Feinden Gelegenheit giebt, ihn in einen schlimmen Han-del zu verwickeln, so flicht er nach Mayland. Als er in die-ser Stadt ist, wird er in die Flaminia verliebt, von derenFamilie er nichts weiß, und die er auch nicht anders als aufSpatzicrgängen sehen kann. Unterdessen, (und hier sängt sichdie Komödie an,) trift Scaramouchc, ein vertrauter Freundeines alten Bürgers von Mayland, des Eapandro Ardcnti, des-sen Tochter, die eben gedachte Flaminia, er heyrathen soll, denLelio an. Er wird durch die grosse Gleichheit, die er an ihmiit einem Portrait des Mario, des Sohnes des Eapandro,