Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
351
Einzelbild herunterladen
 

(nttwiirfc »iigedrucktcr Lustspiele des it.mänischcii ^hcatcrS. 35 t

tcn Tochter ist, so verführet ihn die Liebe, in die Erdichtungdes HarlecminS mit einzustimmen. Da es ihm sehr schwer wird,seine Leidenschaft zu verbergen, so spielt er nicht sowohl dieRolle eines Bruders, als vielmehr eines Verliebten mit derFlaminia. Er widersetzt sich ihrer Vcrhcyrathung mit dem Sca-ramouchc, und verlangt sie für sich selbst. Die Ausschweifun-gen, zu welchen ihn seine Liebe bringt, werden auf die Rech-nung seines Verlornen Gedächtnisses geschrieben. Harlcquin weissich dieser Erdichtung auch so wohl zu bedienen, daß nicht al-lein Capandro aus seinem Irrthum nicht kömmt, sondern auchFlaminia selbst nicht weis, was sie glauben, und ob sie ihnfür ihren Bruder oder für ihren Liebhaber halten soll.

Unterdessen kömmt Mario, welches eben der Eavalicr ist,mit welchem sich Lclio geschlagen, nach Mayland, stellt sich sei-nem Vater vor, wird aber nicht erkannt, und als ein Vctriegcrabgewiesen. Auf der andern Seite getraut sich auch Silvia,nach ihrem Abcnthcucr, nicht länger in Genua zu bleiben; undda sie erfährt, daß ihr Geliebter nach Mayland gcrcisct ist, sokömmt sie, ihn daselbst aufzusuchen, und erhalt ihren Aufent-halt bey der Flaminia, bey welcher sie Nachricht von ihremGeliebten einzuziehen hoffet. Dieses ist nun der ganze Kno-ten dieses Lustspiels, welches sich endlich mit einer doppeltenHcyrath zwischen dem Lelio und der Flaminia, und dem Mariound der Silvia beschließt.

5) I^s Notempllcatv ,1'^rlequin, in einem Auszüge. Nachdem Entwnrf des ältern Riccc>boni zum erstenmale auf-geführt den Zcnncr 4718.

Flaminia will durchaus den Mario nicht heyrathcn, den ihrihr Vater Pantalon vorschlägt, weil ihr, wie sie sagt, das An-denken des Adonis, dessen Geschichte sie gelesen, viel zu kostbarsey, als daß sie einen andern lieben sollte. Sie fügt hinzu,ob Adonis gleich todt sey, so zweifle sie doch im geringstennicht, daß seine Seele, nach der Lehre des Pythagoras , vonder sie völlig überzeugt ist, nicht in einen andern Körper über-gegangen seyn sollte, nnd zwar aller Wahrscheinlichkeit nach,in den Körper eines Jägers, weil er an der Zagd ehedem soviel Vergnügen gefunden. Nach dem Ercmpel dieses ihres Lieb-