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4 (1838)
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Theatralische Bibliothek.

spricht ihr aufs neue eidlich, sein Bestes zu thun, daß mau ihrschleunige Gerechtigkeit widerfahren lasse; und nun entdeckt siesich; er erkennt sie, und bleibt ganz verwirrt. Endlich wird al-les beygelegt; er erbietet sich, sie zu heyrathcn, und Lelio hcyra-thct die Flaminia. Man höret hinter dein Theater ein großesLermen; alle Bedienten des Hauses, die von den Gespenstern,welche dem Scaramouche zu Gebothe stehen, beunruhiget wor-den, kommen, bey ihrem Herrn Hülfe zu suchen; Scaramoucheverspricht ihnen Ruhe zu schaffen, nachdem ihn Coraline zu hcy-rathcu versprochen, und die Komödie ist aus.

Vermischte Schriften des Hrn. Chrisilob Mylius,gesammelt von Gotthold Ephraim Lcßing.1754.

Vorrede.

Es würde schwer zu bestimmen seyn, ob Herr LhristlobMylius sich mehr als einen Kenner der Natur, oder mehr alseinen witzigen Kopf bekannt gemacht habe, wenn nicht die letz-ten Unternehmungen seines Lebens für das erstere den Ausschlaggeben müßten. Sein Bestreben war allezeit, diesen gedoppeltenRuhm zu verbinden, den nur diejenigen sür widersprechend an-setzn, welche die Natur entweder zu plnmb oder zu leicht ge-bildet hat.

Ich war verschiedene Zahrc hindurch einer seiner vertraute-sten Freunde, und jetzt bin ich sein Herausgeber geworden; zweyTitel, die mir hinlängliche Erlaubniß geben könnten, mich wcit-läuftig in sein Lob einzulassen, wenn ich mir nicht ein Gewissenmachte, denjenigen im Tode zu schmeicheln, welcher mich niein seinem Leben als einen Schmeichler gefunden hat.

Mit diesem Borsatze würde ich eine sehr kurze und kahleBorrcdc machen müssen, wenn ich nicht, zum Glücke, eine kleineFolge von Briefen in Bereitschaft hätte, durch welche zum Theildiese Sammlung vermischter Schriften ist veranlasset worden.Sie sind an einen Freund geschrieben, welcher den Hrn. N7>'lius