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4 (1838)
Entstehung
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Aus der Berlinischen Zeitung vom I. 1764.

so viel Ansehen erworben, daß man sich mit Grund die Verbesserungdesselben von ihm versprechen kann. Auch eine nur fluchtige Durch-blättcrung des gegenwärtigen Werks wird dieses Norurtheil genugsamrechtfertigen, indem man mit Vergnügen eine Menge der vortreflichsienAnmerkungen darinnen antrift, durch die man das Eigenthümliche derfranzösischen Sprache erkennen, und sich geläufig 'machen kann. Dererste Theil ist theoretisch und der andre practisch. Dieser letztere insbesondre ist von einer sehr vortreflichen Einrichtung. Anstatt der elen-den und kindischen Gespräche, anstatt der erbärmlichen kleinen Erzäh-lungen, die man sonst hinter den Grammaircn findet, theilt er erstlichein klein Verzeichniß derjenigen Wörter mit, welche den Künsten unddem gemeinen Leben eigenthümlich zngehören und zeiget hierauf aneingestreuten Stücken guter Schriftsteller, wie man sie überhaupt mitNutzen lesen müsse. Als eine sehr nützliche Uebung schlägt er auch dieVergleichung der Uebersetznngen mit ihren Urschriften vor, und giebtin den Z9ten Abschnitte einige Proben davon. Er beurtheilt darinnedie deutsche Uebersetzung des Herrn Straubens von den Briefen einerMarquisin durch den jüngern Crebilloi,/ desgleichen die SteinwehrscheUebcrsetznng der Briefe des Herrn von Fontenelle / und die unlängstherausgekommene Uebersetzung des Montagne. Er findet an alle» dreyenungemein viel auszusetzen, und zeigt daß sie voll unverantwortlicherFehler sind. Man wird ihm überhaupt nicht Unrecht geben können,ob man schon auch nicht selten entdecken wird, daß Herr Mauvillon sich mehr Deutsch zu verstehen einbilden muß, als er wirklich versteht,z. E. Wenn er in der Uebersetzung des Herrn Sträube lo iaäe Nar-yuis durch der abgeschickte Marquis übersetzt findet, so versicherter, daß er mehr als einen gelehrten Deutschen gefragt habe, was dasWort abgeschickt Heisse, und daß ihm alle geantwortet hätten, daßes so viel als vnvo^e oder äoxute Heisse. Hierauf nun verdammt erden Hrn. Sträube/ welches er schwerlich würde gethan haben, wenn ernur einen halben Teutschen zu Rathe gezogen hätte. Es ist hier nehm-lich ein Druckfehler, und anstatt abgeschickt soll es abgeschmacktheißen, wie es sogleich einem jeden Leser in die Augen fällt. An ei-ner andern Stelle behauptet Herr Mauvillon , daß man Lociuoltenicht durch Buhlerin übersetzen dürfe, weil Buhlerin eine Nailrellvä'uu U-airä, eine ^oncubille bedeute. Woher muß er dieses haben?