17l1 Ueber einige Stellen aus dem Montfaucou.
Älonltinieon ^ntil^uitv Lx^Ii^u^v. ?j «miei i; I'ui ti«.Leconcle ^c!!t. <Ie ?gr>8 1722. ")
p. 60.
hält einen Kopf mit einem Barte, und weit gcöfnetem Munde, dener in seinem eignen Cabinete gehabt, für einen Jupiter <zui rer>6 «Ze»oracles. Höchst abgeschmackt. Der Kopf ist offenbar eine Larve. Dieweite Leffnung des Mundes für einen redenden Gott würde nichts we-niger, als nach dem alten Geschmacke seyn.
p. 52.
Auf dem geschnittenen Stein aus dem Maffci ri. S. I'gb. XIX,welcher die Entführung der Europa vorstellet, laßt der Künstler denStier nicht schwimmen, sondern auf der Fläche des Wassers, wie aufdem Eise lauffen. So schön dieses Bild in der Poesie ist, wo man sichdie äußerste Geschwindigkeit dazu denken kann; so anstößig ist eS aufeinem Kunstwerke, weil der Begriff, den die materielle Kunst von derGeschwindigkeit geben kann, nur sehr schwach, die Schwere des Stiersdagegen zu sichtlich ist.
p. 64.
Die Tuccia Vcstalis mit dem Siebe, eine kleine Statne beymMvnlfaucvn Isb. XXVIII. 1. hat keinen Schlcycr; auch nicht ein-mal iotulsm; sie ist in Ihren freyen natürlichen Haaren: ein Beweis,daß die Alten auch das t!ostumc der Schönheit nachsetzten.
p. 76.
Der Minotaurus war nach der Fabel ein ordentlicher Mensch, nurmit einem Ochsenkopf. Doch man wird wenig alte Monumente fin-den, wo er so abgebildet. Die Figur ist nicht schön; und die Künst-ler machten eine Art von Ecntaurus daraus, welches zwar eine schö-uere, aber eine weit abgeschmacktere Figur ist, indem sie nunmehrzwey Bäuche, zwey Werkstätten der animalischen Ockouoiuie hat, wel-ches eine offenbare Absurdität ist.
p. 96.
Von dem Hinken des LulkanS. In den noch übrigen Bildsculc»von ihm, die Montfaucon gesehen, erscheint er nicht hinkend. Diealten Künstler indeß, die ihn hinkend machten, thaten es ohne Nach-theil der Schönheit. Cicero 6«z iXaturs Deoium I. sagt: ^tlioois
') Auch diese Anmerkungen, nebst der folgende» zum Clemens Alcran-drinus, finde» sich unter den Papiere» im Besitz des Herr» B. Frlcdländcrund sind von Karl G. Lessing der zweiten Ausgabe des Laokoons beigefügt.