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Kollektaneen zur Literatur.
KiranduS soll wohl der vorgebliche König der Perser Kyran-nus, oder/ wenn er griechisch geschrieben wird, Ko-h-vo?, seyn, unterdessen Namen ein silier pkxliealium virtutum, aus dem Griechischenins Lateinische übersetzt, vorhanden ist. (S. ^o^o/. pohliilr. I.. I.v. Xl. §. 6. wo Morhof des ReinestuS Vermuthung beibringt,daß Kol<z«vvls nicht der Name des Mannes, sondern eines Werkssey, welchen der griechische Uebersetzcr aus dem Arabischen oder Persi-schen beibehalten habe, in welcher Sprache es so viel als o-v^o^,collectiv, Heisse.)
Diese zum Theil sehr dunkeln und unbedeutenden, auch langst Ver-lornen Bücher gcstehtKamilluS Lconardi gebraucht zu haben; unddes Thcophrast^S gedenkt er mit keinem Worte; auch des Orpheusnicht, von welchen beiden meine besondern Artikel nachzusehen sind-
Ik. Bon nachgemachten Edelsteinen, und der Kunst, sienachzumachen.
Matthäus (6e rerum inveotoribus p. 38.) schreibt- ^nAe/u«Ia»-7oe//uL Veoetus cr^slülli vitriczue vgrios colores gc picturgsinvooil. Dieses ist von den neuern Zeiten und von der Wiedercrffn-dung gleichsam zu verstehen; denn die Alten selbst waren in dieserKunst sehr geschickt. Ich kann aber von diesem AngcluS Barroel-luS nirgends Nachricht finden. Wenn aber das, was Matthäus vonihm sagt, wahr ist, so muß er älter seyn, als Francesco Viccco-mite, von welchem Mariette (Ir. <Zes pierres xravöes, l'. I.p.93.)sagt, daß er zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts sich durch schöne Nach-ahmungen gegrabener Steine in gefärbtes Glas berühmt gemacht habe.Dieser Vicecomite war ein Mahler, und lebte zu Mailand . Daherkam es ohne Zweifel, daß man damals in Deutschland , und in demfolgenden Jahrhunderte, die nachgemachten Steine überhaupt mailän-dische Steine nannte, (v. ^en/manni I^omenclalura rerum lulli-lium, ia t??/»--?-« Lcriplorilms rer. lollil. p. 47.)
Alle solche von gefärbtem Glase gemachte Edelsteine, worauf ge-schnitten ist, heissen Pasten. Wie sie gemacht werden, lehrt Vittoriin der Vorrede zu seinem Traktate cio Saiiclis Lie^lem I)armie«>iliudi(liomae, 1741. p. Xl.) Zugleich führt er in der Note verschicdncKünstler an, die damals in Verfertigung solcher Pasten zu Rom sicham meisten auszeichneten:
„Lxcellunt modo iu uilie: t7«,-o/it5 ^»n/itc,-, liomauug .^uii-lex, Llius ^«lriaol, k^ulotiae puriliorum »ati, nariter aurilici»,<mi psucis aliluuc ouuis Ilomsc viveie clellit, et itlem opeiis ge-