Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
Seite
320
Einzelbild herunterladen
 

3?0

Kollcktanccn zur Literatur.

malen gesagt, daß cr dicsc vorgeblich Kädmonische Paraphrasesehr poetisch gefunden habe.

Rlangfüßc. Ich habe einmal den Einfall gehabt, die Wir-kungen der vcrschicdncn Klangfüßc ans uns nach den vcrschicdne» Ar-tcn des PulseS zu bcstininicn. Ich wollte mich bei den Aerzten un»erweisen lassen, ob, und was für eine vcrschicdne Art des Pulsesjede heftige EcinüthSbcwcgung insbesondre begleite, wenn man andersgenaue und richtige Bemerkungen hierüber bei ihnen findet; und so-dann wollte ich die Klangfüfic untersuchen, und festsetzen, welche mitjeder besondern Art des Pulses übereinkämen; welches sodann diejeni-gen seyn wurden, die sich am besten zn denen Affekten schickten, diemit diesen Pulsen verbunden sind.

Vicß war ein bloßer Einfall von mir. Jetzt bringt mich eineStelle beim Vitruv auf die Vermuthung, daß die Alten vielleichtschon längst so geschlossen, und ans diese Weise die Wirkung ibrcrKlangfüße bestimmt haben. Vitruv (I., I. c. 1.) redet von dem,was vcrschicdne .Künste mit einander gemein haben, und wie die einedie andre nöthig habcn könne, und wirklich brauche, ohne daß des-wegen der Meister der einen auch völlig Meister der andern seyndürfe. Ticß erläutert cr durch das Beispiel der Medicin und Musik,und sagt: llli me<Ii<:is et mulicis et cle ven.ii'uni rli^tlimo, et ilo«ecluin motu; f^/o. communis rati-iciiialin el'l.) Hieraus erhellt,daß die alten Aerzte die Lehre des Rhythmus auf die Pulsschläge an-gewandt, und daß sowohl die Medici als die Poeten über die vcr-schiedncn Verbindungen der langen und kurzen mor-irum, jene in derverschicdncn 5aucr der Pulsschläge, dicsc in der vcrschicdncn ?aucrder Töne, speknlirt haben.

Perrault hat diese Stelle des Vitruv'S ganz unrichtig übersetzt: I)e lorle czu'un klecleein A ur> klu/ieie» zieuvciit liie» »ue.ler nar oxemjile «1o la siroz>k»tion iles niouvoinens clo lailcre,llout le nou>5 c5t comnol'6, clo eoux «les nieclü, czni so»! l> ^pgs cle la elanle. Er hat cS von der Bewegung der cigcutlichcnFüße verstanden. Allein, was hat der Rhythmus der Pulsader füreine Verwandtschaft mit der Bewegung der Beine beim Tanzen?

An meinem Erstaunen, oder vielmehr, zn meinem Vergnügen,finde ich nun, daß man mir in dieser Art von Untersuchung schon zu-vorgekommen ist. Ein Medikns zu Nancy, Herr Marguet, hat einWerk herausgegeben: Ile la ülellwilo 60 eovnoitre le iwuls na,- laklullcsue, welches sein Schwiegersohn, Herr Buchoz (kledveiu IZo-