Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
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488
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Zur Geschichte der deutsche » Sprache und Literatur,

Unter den Gesichten der h. Gertrud ist eins, wenigstens mit feinerUeberleguiig erdichtet, das ich als ein Exempel der Teutschen Sprachedieses Werks hersetzen will. (B. 5. Kap. 18.)

Erbeten von cpncn Bruder, fragte sie den berrcn vm gcbetc: wo dowcrcn dp sclcn Salomonis, Sampsonis, Origcnis und Trapani ? Darzuder Herr antwort: Was ich barmhcrzigkeit gelhon hab mit der sclcnSalomonis, wil ich das dcn Mcnschcn verborgen sep, anff das fleisch-liche Sunde von dcn Mcnschcn dcsto mchr vcrnüdcn werde. Was auchmeyn gutikeit mit der sclc Sampsonis gemacht hat, wil ich das is un-bekannt sey, auff das sich die Mcnschcn hvnfur an vrcn fryndcn zurechen forchtcn. Was aber mein gulikeil mit der sclcn Origcnis vor-bracht hat, wil ichs verborgen sep», auff das sich kcpncr thue crbcbcnvertrauwcnd in scvne Kunst. Was darvbcr mcin mildikcit von dcr sclcTravani gchcisscn hat, wil ich das dp Mcnschcn nicht wisscn, anff das dcrchristliche Glaub darauws mchr erhoben werd, wcn dicser wv wol cr schcpnin allen Togcnden, cmpcr er doch des christlichcn Glaubcn und dcr Tauff."Einige orthographische Besonderkeitcn:

Das Punctum ist die einzige Interpunktion, und dient auch stattdes Comma. Nur wenn cS ein itzt gebräuchliches Punctum vor-stellt, folgt ein großer Buchstabe darauf, den die Substantiva sonst nicht haben.

Das z nie ohne vorhergehendes c; als czu, Barmherzigkeit.

Ein ü gar nicht, sondern dafür bloß u oder v, als Sunde, darvbcr.

Qv für k, als qvam.

In dcr Handschrift vom Ehestande eben so, (vielleicht also dasAutographum des Lcrf.) außer daß das c hinter z steht, als zcum.1489.

Uebersetzung von den Leltiz liorruworum. Mit diesem Jahreendet die Chroneke der Sasse».

Ueber die Lesla liom-morum. °)Der Schweizerische Herausgeber der sogenannten Fabeln ausden Zeiten der Minnesinger hat ihnen einige prosaische Fabeln bey-gefügt, die sein Dichter gleichfalls erzehlt hatte, um die eigne Aus-bildung desselben darnach beurtheilen zu können.

Sie (nemlich jene prosaische» Stücke) sind aus einer altenHandschrift in kolio, die in der Stiftsbibliothek allhier verwahrt

°) Es scheint mir hier dcr beste Ort zu sep», das Wenige, was Lcs-sing über dieses Buch auf verschiedene» Blättchcn angemerkt hat, anzubrin-gen. Fülleborn.