Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
Seite
727
Einzelbild herunterladen
 

Zur Gelehrten-Geschichte und Literatur.

727

Petrus Eregorius TholosanuS.Was Äa>'le von ihm weiß, hat er dein Doujat abgeborgt. Ineinem Stücke macht er die Genauigkeit dieses seines WährmannS ver-dächtig; aber er ist es selbst, dessen Genauigkeit man dabey vermißt.Doujat Nehmlich hat die Berufung des Gregorius nach Pontamous-son in das Jahr 1682 gesetzt. Bayle hingegen findet, daß Grego-rius bereits 4674, vor der Zueignungsschrift seiner Lzmtsxis ^rtismiroliilis, Professor der Rechte zu Pontamousson genennet werde,und schließt daraus, daß sich Doujat irre. Allein, wie gesagt, Bayleirrt sich, und er muß eine spätere Ausgabe z. E. die von 1683 in12. vor sich gehabt haben, in welcher GrcgoriuS durch einen Zusatzdes Buchhändlers Professor zu Pontamousson genennet wird, weil eres damals war, als das Buch wieder aufgelegt ward. Denn in derZueignuugSschrift an Heinrich lll König von Frankreich , die vor demersten Theilt dieses Werkes steht, und von eben diesem Jahre ist, sagter selbst ausdrücklich, daß er damals zu CahorS die Rechte gelehret.Diese SyutariS verdient näher beschrieben zu werden, weil sie Mor-hof selbst nur halb gekannt zu haben scheint. ?ol/li. I. lil). I.esp. 1, 3V. Die Commcnlare müssen ihm unbekannt geblieben seyn (°).Zu merken, daß er beydes, seine L^olsxis und seine Bücher 6e ke-pulilie», Gott dedicirt hat; besonders die erste Dedication klingt sehrsonderbar.

HadrianuS.

Der Cardinal dieses Namens, aus dem Geschlechte der Castellesi.In Ansehung seines BuchcS äo l'eimooo lalino hat Morhof eine»groben Fehler begangen. Er giebt vor (i?ol^li. 1°. I. lili. IV. cap.9. H. 20.), der Verfasser dieses Werks sey der Lehrmeister Karls des V,der Papst HadrianuS der VI, und tadelt Simlern, welcher dieses nichtgewußt. Allein Simlcr hat ganz recht gethan, und Morhofver-wechselt auf eine lächerliche Weise eincn Italiäncr mit einem Hollän-der, einen Grammatiker mit einem Theologen, und einen sehr zier-lichen Schriftsteller in Prosa und in ZZcrscn mit einem Scholastiker,einem Feinde der reinern Latinitäl und Poesie."

Mit diesen Worten hatte schon la »lomioie in seiner Ausgabe derlVleoaßiana diesen Fehler des Morhof gerügt. Allein die ganzeStelle blieb in dem Abdrucke dieses Werkes weg, und findet sichbloß in den Cartons, die uns Salengrc in seinen Mmoiies <IoMittelaluie I'oiu. I. p. 233. aufbehalten hat.

(°) Sie sind auf der Elisabclh-Bibliolhck in BreSlcm.