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12 (1840)
Entstehung
Seite
36
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Lessings Briefe. 17Z-i.

Weg über Hamburg noch Holland wird uns nach Berlin bringen, undich werde s» glücklich seyn, Sie bald wieder zu sprechen.

Was ist unterdessen mit unsern Projekten zu thun? Mein Rathist, daß Sie sie immer auszuführen anfangen sollen. Sie haben schonso viel daran gethan, daß ich nicht nur die ersten drey Jahre, sondernganz und gar, dabev zu entbehren wäre. Ich habe bev verschiedenenVerlegern schon von weitem ausgeholt, und mehr als Einen nicht un-geneigt gefunden. Ich hoffe Ihnen ehestens mehr davon schreiben zukönnen. Die Medea des Corneille mag immer wegbleiben, wenn Sieanders bey einer zweyten Lesung nicht wichtige Gründe für ihre Auf-nahme finden. ES sind viele schöne Stellen darin, die Battcur mitRecht hat anführen können, allein das Ganze taugt nichts. Die schö-nen Stellen hat er größten Theils' dem Scneca zu danken, welchesman ihnen auch anmerkt.

DaS Projekt zu dem .lournsl «mo^clop6ä!sine sende ich Ihnenhier wieder zurück. Ich danke für Ihre gütigen Absichten. Ich darfIhnen aber nun wohl nicht die Ursache sagen, warum ich mich nichtdamit abgeben kann, wenn ich gleich alle erforderliche Geschicklich-keit dazu hätte.

Haben Sie die Nicolaischen Briefe von dem jetzigen Zustande derschönen Wissenschaften nunmehr gelesen? Man schreibt mir von Ber-lin , daß Herr Prof. Sulzer mich für den Verfasser halte. Ich bitteSie, ihm dieses auszureden. Ich habe eben so viel Antheil daran,als an der Dunciade, die Gottsched hier mit aller Gewalt auf meineRechnung setzen will. Und an dieser wissen Sie es gewiß, daß ichvöllig unschuldig bin.

Leben Sie wohl, liebster Freund, und empfehlen Sie mich demHerrn Langemack, dem Herrn Dennstädt") und seiner Frau Liebste.Ich denke mit Entzücken an die vergnügten Abende, die wir miteinander zugebracht. Wollen Sie mir bald wieder schreiben? ThunSie es ja! Ich bin

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ergebenster Freund,Lessing.

°) Langcmack war ein Landsmann mid vicljähriger Freund Ramlcr'F,der verschiedene kleine philosophisch-juristische Schriften geschrieben hat. Erwohnte mit Ramlcrn damals in dem Hause des Hrn. Dennstadt, dessen Gat-tinn eine geistreiche Frau war. Nicolai.

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