Druckschrift 
12 (1840)
Entstehung
Seite
149
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Lessings Briefe. 17l!2.

ich ihm in der Geschwindigkeit die nöthigsten Bedürfnisse wieder an-schaffen lassen. Ich habe ihm auch offne Kasse bey mir angeboten,nnd es wird nur auf ihn ankommen, wie sehr er sich noch weiterdieses Anerbieten zu Nutze machen will. °)

Und so ist sie wirklich todt? Liebe Mamsell, was das mm wiederfür ein romanhafter Streich ist! Wenn sie sich nicht besser aus demHandel jii ziehen gewußt haben! Aber um Gottes willen, liebsterFreund, verwickeln Sie mich mit ihren Erben in keinen Prozeß! Ge-ben Sie ihnen alles, was sie verlangen. Ich will hoffen, daß sienicht mehr verlangen werde», als ich gehabt habe. ES würde mirleicht seyn, ihnen eine Art eines sehr gültigen Anspruchs auf diesesund jeueS zu producircu, wenn es sich der Mühe verlohnte, einedritte Person darüber abhöre» zn lassen, welche die Mamsell zn ihremHin- und Wiedcrschickcn brauchte. Allem ich habe mir ei»mal fürallemal vorgenommen, keine Erbschaft imtcr hundert tausend Thalernanzunehmen; und die »oualioiies inter vivos, wen» sie von einemFrauenzimmer herkommen, sind nicht immer die anständigsten. Eineinziges hätte ich gewünscht: die Möbeln für gute baare Bezahlungzum Andenken behalten zu könne». Wenn die Erben diese uiir nochverkaufen wollen, so werde ich ihnc» dafür vcrbnndc» sey». Schlie-ße» Sie de» Handel, liebster Freund, und ich will Ihnen sogleichdas Geld dazu assignircn.

Denn »uisscn wir denn nicht Möbeln haben, wen» wir eilimalbeysammen wohnen wollen? Ich bitte mir cS ans, daß dieses einmalfür allcmal eine abgeredete Sache bleibt. Wenn die Zeit doch nurschon da wäre! Ich bin meiner jetzigen Silualion so übercrüßig, alsich noch einer in der Welt gewesen bin. Nur bald Friede, oder ichhalte cS nicht länger ans!

<^)u,«I i'vliciiiuiii--Lichtwehr ist ein Narr. Daß Sie

Oden drucken lassen, die Sir mir nicht schicken, das ist nicht fei».Unserm lieben Xranse zu seiner abermaligen Veränderung tausend

Glück! Ich schreibe ihm mit nächstem Posttage unfehlbar.--Elcim

und die Karschi »! Die letzte hat an mich geschrieben, nnd ich werdeihr nicht antworlc». Wenn doch Meist noch lebte! Hier ist einBrief von seinem Ncvcu. Er klagt, daß er schon zweymal a» Siegeschrieben, ohne eine Antwort zu erhalten. Einen Brief, weiß ich,habe ich ihm selbst durch den Buchhändler Meyer bestellt. Habe»

*) Auch Ramlcr schickte ih» mit Reisegeld fort. Nicolen-