Druckschrift 
12 (1840)
Entstehung
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270
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LessingS Briefe, 1770,

Ich hatte gehofft, von meiner Untersuchung über den Tod in denGöttingischen Anzeigen etwas zu lesen. Wenn man davon schweigt,weil sich der ganze Plunder nicht der Mühe verlohnt: so hat mansehr wohl gethan. Wenn cS aber geschieht, nm Rloycn nicht zumißfallen: so muß ich es den» wohl auch zufrieden seyn.

Ich bitte um Ewr. Wohlgcboren fernere Freundschaft, und binmit der vollkommensten Hochachtung -c.

L-ssing.

An Ebert.

Liebster Freund!

Eben habe ich das Vergnügen, einen Brief von Ramlcrn zu er-hallen. Ich muß es wohl mit Ihnen theilen, weil das meiste darin»Sie selbst aiigchr. Hier ist er also mit sammt den Beschlüssen. Dasfür unsern E. P. bestimmte Exemplar haben Sie die Güte zu übergeben. Ich bekenne, daß ich die Ode an die Venus Uranianicht recht verstehe: weil ich weder den CyneaS, noch des EyncasSohn in Berlin kenne. Um so viel mehr aber, ohne Zweifel, gefälltmir das, was ich davon verstehe. Den Brief und die geschriebeneOde an die Könige, bitte ich mir wieder aus. Auch bestellen Siewohl das Kompliment an RamlcrS chmaligcn fleißigen Korresponden-ten. ^. propos. WaS haben die Engelländer für gute Epigrain-matistcn? Außer ihrem lateinischen Owen, der nichts taugt. Diebekanntesten ihrer Dichter, weiß ich wohl, haben ciiizelne gute Epi-gramme gemacht: aber ob sie so einen Wernicke oder Logau haben,das weiß ich nicht. Wenn sie dergleichen haben, so ist er auch beyIhnen zu finden, und Sie erzeigen mir einen Gefallen, wenn Siemir ihn auf einige Tage herüber schicken.

Ihr

Wolfenbiittel. ergebenster Freund

den 22. Nov. 1770. j-cssing.

An Madame König.

Wolfcnbütlel, den 29. Nov. 1770.

Meine liebste Madam!

Ich kann nicht begreifen, wie mein letzter Brief so lange nntcr-weges seyn können! aber doch muß er es gewesen seyn. Ich weiß