Druckschrift 
12 (1840)
Entstehung
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LesstngS Briefe. 1770. 1771.

Nun erlauben mir Euer Wohlgcbohrnen aber auch meiner Seitseine Bitte. Ich möchte gerne für die Bibliothek alles haben, wasSie herausgegeben: und ersuche Dieselben also um ein vollständigesVerzcichniß aller, auch Ihrer kleinern Schriften, mit Nachweisung, woselbige zu bekommen. Da ich aber wohl weiß, daß ein großer Theilderselben auf Ihre eigene Kosten gedruckt worden: so bitte ich vonallen diesen mir ein Exemplar je eher je lieber auf der Post zu über-machen. Wenn ich nicht irre, so sind unter diesen besonders die VI).lervntiones in varios autoies (Zraeeos und die ^ulliologia graeoaLepdalae, an welcher mir vornehmlich liegt, und die ich gar zu gernerecht bald hätte. Die Bezahlung dafür soll der Faktor unsrer Way-senhauSbuchhandlung auf künftige Ostermesse leisten, dem ich denn auchdie einzelne Rede des DemoMlenes ?arit. spuck ?iletlmum mit-geben will.

Es hat mich übrigens sehr geschmeichelt, daß Euer Wohlgcbohr-nen mir Dero Beyfall wegen des Berengarius bezeugen wollen. Frey-lich urtheilen Sie allzugütig davon; aber ich werde nicht vergessen,wie viel davon mehr zu meiner Aufmunterung als zu meinem Lobeanzunehmen ist.

Erlauben Sie, daß ich noch meine Empfehlung an Dero FrauGemahlinn hinzufügen darf, der wir bey so mühsamen Werken soviel zu danken haben. Die Aufgabe ist gclöset, ob ein Gelehrter hey-rathen soll, wenn es viel solche Personen ihres Geschlechts giebt.

Ich verharre mit vollkommncr Hochachtung :c.

Lesstng.

Meine liebste Mutler,

Ich habe mit Fleiß nicht eher wieder nach Hause schreiben wollen,als bis ich im Stande wäre, wenigstens einen kleinen Anfang mei-nes Versprechens zu machen. Sie müßen es lediglich meinem Unver-mögen zurechnen, wenn ich dieseSmal nicht mehr als beygehendc 26Rthlr. senden kann: auf künftige JohanniS können Sie aber zuver-läßig auf 60 Rthlr. rechnen; und so will ich von Zeit zu Zeit fort-fahren, alles was ich cntübrigen kann, zu Abtragung einer Schuldanzuwenden, die freylich die größte ist, die ich auf der Welt habenkann. Ich denke nicht, daß Sie im Ernst einiges Mißtrauen aufmeine Bereitwilligkeit setzen werden, alles zu thun, was Sie beruhi-gen, und das Andenken meines Vaters bey den verdienten Ehren er-halten kann. Sollten daher die Schuldner, von welchen mir die