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Theater gehalten, daß man die Wirkung, die sie auf die ehrlichenHamburger gehabt, des andern Tages an der Einnahme sehr merklichgespürct hätte? ES sind doch sonderbare Leute, die Hamburger, dielieber jeder andern Ursache wegen in die Komödie gehen wollen, alsdes Geschmacks wegen!
Und Madam Z. befindet sich besser? — So schreibt mir wenig-stens Madam Sch., von der ich eben einen Brief erhalten, den ichden nächsten Posttag beantworten will. Sie sprechen sich wohl jetztweniger, als jemals?
K- klagt, daß es mit der Lotterie nicht so recht fort wolle; unddaß sie seit Kurzem über 150M0 Mk. verloren hätten. Ob eS wohlwahr ist? Ich sehe aus seinem Briefe zugleich, daß der arme W.nun auch seinen Posten bey dem Lotto verloren hat. Aber haben sieihm diesen denn so nehmen können? Wenn mir recht ist, so hörte icheinmal, daß Ihr Herr Schwager von dem Eintrage desselben nochseinen Antheil gehabt. Es sollte mir leid thun, wenn er nun auch darummit ihm wäre! Sie, meine Liebe, werden- mit ihm wohl gleichfallshängen geblieben sevn? K. schreibt mir, daß er noch gut weggekom-men. Er wird also auch schon damals seinen Rückenbalter gehabthaben, als Sie sich wunderten, daß er so viele Wechsel für ihn gi-riret hätte. —
Wenn ich Ihnen sage, meine Liebe, daß ich dieses bey Licht inder Stunde der Mitternacht schreibe: so werden Sie mir verzeihen,daß cS so unleserlich geschrieben ist. Ich kann es kaum selbst erkennen,was ich geschrieben habe; so wenig will es mit meinen Augen wiederfort. Und doch brauche ich ganz und gar nichts, als licbcS kaltes Wasser.
Ich bin diesen ganzen Abend bey Ihnen gewesen, und nun willich mich mit Gedanken an Sie niederlegen.
Leben Sie recht wohl, meine beste, meine liebste Freundinn.
Der IhrigeL-
An Madame König.
Wolfcnbüttel, den 1k. Dec. 177l.
Meine Liebe!
Ihr Brief vom inten sehte mich in die äusserste Bckümmerniß;mehr wegen Ihrer Gesundheit, als wegen alles andern. Ich erkennees daher mit tausend Dank, daß Sie unverzüglich ein Paar Zeilennachfolgen lassen, die mich wieder beruhigen sollen; aber »och lange