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Lcssiiigs Briefe. 1772.
Dieses wäre eine Kleinigkeit, aber jene beyden Fehler sind leiderso, daß sie den Verstand verderben. Auch sind sonst einige Kleinigkei-ten geändert worden / die ich nicht billigen kann. Z. E-
S. 263. Z. 10. Lassen Sie den Grafen diesen Gesandten seyn.So habe ich ganz gewiß nicht geschrieben, und es ist undeutsch. ESmuß heißen: Lassen Sie den Grafen dieser Gesandte seyn.
S. 265. Zeile 11. Bedauern, wenn eS so viel heißt als Mitleidenhaben, muß betauern geschrieben werden; denn eS kommt von trauern.Dauern heißt währen, änrare. Wenigstens habe ich diesen Unterschiedbeständig beobachtet.
Nimm cö mir nicht übel, daß ich so eigensinnig bin. Aber Duweißt ja wohl, was eS meistenthcils für Leute sind, die unsere Schau-spiele lesen: Leute, die der offenbarste Fehler irre machen kann; auchschon ein solcher wie
S. 271. Z> 12. wo es für gesehen, heißen mnß geschehen.
Was ist denn das für ein Fehler, der in der Sara stehen geblie-ben? Ich habe nicht Zeit ihn zu suchen. Melde mir ihn, damit ichsehe, ob er einen Carton werth ist. Die hier angezeigten ersten zweywären ihn sehr werth.
Schreibe mir nun ja bald, lieber Bruder, und sage mir, wie Dirdas Ganze gefällt. Du siehst wohl, daß es weiter nichts, als einemodernisiere, von allem Staatsinteresse befrcycte Virginia seyn soll.
Lebe wohl.
Dein
treuer Bruder,Gotthold.
N- S. Wenn Act 5. Se. 1. noch nicht gedruckt ist, so laß ansden Worten deS Marinclli: Der alte garstige Neidhardt, das gar-stig weg; der alte Neidhardt ist genug!
Wenn Koch die Emilia spielt, so ist mir bange, daß die Stein-brecherin die Emilia wird machen sollen. — Das wäre aber eine Rolle,um die älteste Schickin damit in Arbeit zu seyen. Man vcrgicbt demjungen Mädchen immer mehr, als der alten Actricc. Und sie müßteja wohl abzurichten seyn.
Haben Ramler, MoseS und Nicolai etwas von der Galotti gele-sen? Und was sagen sie dazu?