Briefe an Lessiiig. 1767.
7,')
Ein einziges erinnere ich mich im Dübos gelesen zu haben. Diesererzählt, Lulli soll in einer gewissen Oper den Schlaf durch gewisseeinförmige Töne sehr natürlich ausgedrückt haben, und bemerkt dabey,daß der Schlaf wirklich nicht so wohl durch eine völlige Stille, alsdurch Töne, die weder merklich steigen noch fallen, erregt werde. DieErfahrung scheint auf seiner Seite zu stehen, ob ich gleich die physi-kalische Ursache davon »och nicht deutlich einsehe. Dem sey wie ihmwolle, so wäre dieses ein Beyspiel der Art, die ich suche. Indessenist unser Herr Nikolai mit diesen Anmerkungen gar nicht zufrieden.Seine Gründe mag er Ihnen selber schreiben, und wenn wieder einSonntag kömmt, da Sie nicht in die Kirche gehen werden, so wendenSie die Erbauungsstunde an, in dieser Materie einen Ausspruch zuthun. Ich muß jetzt aufhören. ES ist halb 2 in der Nacht, undmorgen früh um 6 Uhr muß ich Hrn. Nikolai in seinem Garten besu-chen, wenn ich zu rechter Zeit wieder zu Hause seyn will. Ist dasnicht lächerlich: ich bringe eine Nacht schlaflos zu, um Sie vielleichtdurch einen langweiligen Brief desto sanfter einzuschläfern? SchlafenSie wohl!
Berlin, Moses ,den 4. Aug. 1757.
N. S. Ich kann Ihnen Ihre Fabeln diesmal nicht mitschicken.Herr Voß quält mich darum, und Sie müssen ihm doch nothwendigdarum geschrieben haben, sonst würde er cS ja nicht wissen, daß ichsie habe.
Liebster Freund,
Herr Dvk wird gestehen müssen, daß seine Autoren so ordentlichund genau sind, als Leaux-Lh>rits nur seyn können; denn er hatden Rest vom Manuscripte zu eben der Zeit erhalten, als Ihr letzterBrief hicher kam.
Für die Uebersendung des Briefes vom Prof. Gcllcrt danke ichIhnen. Ich werde ihm antworten, so bald ich ihm das zweyte Stückder Bibliothek zuschicken kann; und werde ihn bitten, uns seine An-merkungen nicht vorzuenthalten.
Für die Ihrigen bin ich Ihnen unendlich verbunden. Die Re-cension des Messias, womit ich beynahe vier Wochen zugebracht habe,ist mir ungemein sauer geworden, und es gehet ihr daher, wie allen