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Empfindung/ die Frage: Was machen Sie? Sind Sie hergestellt? Ichwünsch' cS von ganzem Herzen; ich wünsche meinem Lcssing die voll-kommenste Gesundheit, und daß Sie noch viele so vortreffliche Odenin Prosa machen mögen (denn singen kann man ja von Prosa wohlnicht sagen), als Sie mich in zwey lieben Briefen haben lesen lassen.— Hätten Sie nur eine derselben in Verse gebracht/ so würden Siemir eine große Freude machen, wenn Sie sie mich lesen ließen. Ichsähe so gern, wie Sie'S angefangen hätten.
Dem Soldaten, der die Schlachtgcsänge macht, hab' ich neulichgeschrieben, daß er Ihren Beyfall hätte, und er hat mir geantwortet,daß er nun welche machen wollle, wenn gleich keine Schlachten vor-fielen. Das SiegeSlied nach der Schlacht bey Prag ist, wie Sie baldsehen werden, ebenfalls von ihm. Wenn er nur in dem letzten Schar-mützel nichl geblieben ist! Sein Regiment ist dabey gewesen. SeinSiegcslied nach der Schlacht bey Collin hab' ich noch nicht gesehen;ein guter Freund aber hat mir gemeldet, daß es zu Lcitmcritz gedrucktwäre. Sie sollen'S haben, so bald ich'S erhalte; denn es scheint, alsob es mit Ihrem Beyfall Ihnen Ernst sey. Muntern Sie doch un-sern lieben Rleist auf, daß er noch mehr Elegiecn, und mehr Gärt-ner-Idyllen macht.
Ich soll auf Befehl des Arztes nichts lesen; was Rleist und Les-sing zu lesen geben, hab' ich mir ausbcdungcn.
Wie gefällt Ihnen denn der Tod Adamo? Meinen Sie nicht,daß er aufgeführt werden kann? Vorgelesen hab'ich ihn und mitgewcint.
Glcim.
Liebster Freund!
Ich eile, Ihnen zu antworten, theils weil Ihre Fabeln vressiren,theils aber, um Ihnen meine Gedanken von Gleims Fabeln etwasdeutlicher zu erklären. Die 27ste ist unrecht. Ich weiß nicht, wieich habe daraufkommen können, etwas zu loben, das gar nicht cxistirt.ES soll di--2Zste seyn, die mir wirklich gefällt. Ju Ansehung der lAenhaben Sie Recht. Diese muß ich übersehen haben. Von allen übri-gen aber gestehe ich, daß sie vorzüglich erzählt sind, allein die Erfin-dungen kann ich nicht loben. Ich will sie die Revüe passiren lassen.Die 3te. — Warum zween Störche? Was lehrt uns die Geschichte?Irgend, daß ein Tyrann könne Geschmack haben, und das Quakender Frösche für so schön hielte, als das Singen einer Nachtigall?Wenn es diese Lehre seyn sollte: so ist sie gewiß nicht in ihr rechtes