Briefe an Lessi»g. 1767. 1758.
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nug, sie Ihnen z» schicken. Sie haben zwar den Leuten allhicr gefal-len, allein wie viel Leute haben hier Geschmack?
WaS Sie von dieser Predigt denke»/ brauchen Sie gar nicht zuschreiben. Ich kann mirs so ungefähr schon vorstellen. Um desto nö-thiger aber wird es seyn, mir Ihre Gedanken von meinem Briefwech-sel mit Hrn. Prof. Baumgarten etwas deutlich zu erklären/ auch mirmit nächster Post seinen und meinen Brief zurück zu schicken. Ich kann/ohne unhöflich zu seyn, meine Antwort nicht länger aufschieben/ undhabe aus Unvorsichtigkeit eine Abschrift davon zu nehmen vergessen.
Wissen Sie auch wohl, mein lieber Lcssing, daß der Winter baldzu Ende eilet/ und daß Sie uns versprochen/ noch diesen Winter beyuns zu seyn? Wir haben viel, sehr viel mit einander mündlich aus-zureden, und wer weiß/ wie viel unvcrdaute Gedanken ich noch in dieBibliothek einrücken lasse, wenn ich nicht bald Gelegenheit habe, siemit Ihnen zu überlegen. Herr Nicolai will auch die zwore Abhand-lung von dem Wesen der schönen Künste schreibe«/ und wenn Sienicht unser Schiedsrichter seyn werden; so kommen wir schwerlich zu-sammen. Kommen Sie also geschwinde zu unS! Hören Sie? Ich bin
Ihr
den 25. Nov. 1757. MoscS.
Halberstadt / den i. Februar 1758.
Fürchten Sie sich denn gar nicht vor dem Zorne des Grenadiers,mein liebster Lessing / Ungerächt läßt er sich nicht beleidigen; er ist inseiner Freundschaft so feurig/ als im Haß seiner Feinde, und kann esnicht auSstchn, daß man ihn vergißt. Wollen Sie nicht Krieg mitihm haben/ so schreiben Sie ihm bald. Sie sind ihm auf zwölf Briefedie Antwort schuldig/ und Ihr Urtheil über halb soviel SiegeSlicder!Er hat eS für Ernst genommen/ daß Sie eine Sammlung derselbenmachen wollen/ und schickt Ihnen hicrbcv noch ein Lied/ das in derOrdnung das erste wird sevn müssen. Auch hat er in das SiegcSlicdnach der Schlacht bey Roßbach noch den Cbllncr und Münstcrinaii»gebracht, weil er von einem Padcrborncr hörte/ daß die Cöllncr undMünstermänner in diesem Lobgesange sich ungern nicht gefunden hät-ten. Er meint also/ daß nach der Strophe: Und als er hinter sichden Tod ic. folgende für den Münstermann:Dem Muiisicrmami, der kriechend schlichZ» dicker Finsternis,,