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Briefe an Lcssing. 17-18.
Voll Furcht und Hunger ritterlichIn Pumpernickel biß!und nach der Strophe: dem Nlürrembergcr, der sein Pferd :c.Dem Cöllncr, welcher rolhes Blut
Verglich mit weißem Wein,Und sprach: Wie gut war' es, wie gut,Bey meiner Braut am Rhein !für den Cöllncr eingeschaltet werden können.
Herr von Rleift hat mir gemeldet, der Verleger des Roßbacki-schcn SicgeslicdcS wolle die andern auch erst besonders drucken lassen.Der Grenadier/ glaub' ich, würde nicht dawider seyn; aber es wäredoch auch nicht übel, wenn seine Waffenbrüder die Lieder in den Win-terquartieren singen und zum künftigen Feldzuge wider Deutschlands Heuschrecken sich anfeuern könnten.
Nehmen Sie'S nicht übel, liebster Freund, daß ich Ihnen so ge-schwind schreibe. Wir haben wieder großen Knegcslärm bcv uns; je-doch nicht einen so schrecklichen, wie der vom lt. bis 16.: denn cSmachen ihn keine Feinde, sondern Freunde; Preußen rücken ein. ESscheint, als wenn der Rächer Friedrich ein Gewitter über den Köpfender Feinde zusammenzieht. Ich umarme Sie, und meinen theurenFreund, den ich nicht nennen darf, und bin beständig :c.
Gleim.
Liebster Freund!
Ich habe Ihnen seit einiger Zeit nicht geschrieben, weil ich seiteiniger Zeit nicht gedacht habe. ES müssen Freunde von einer ganzandern Natur seyn, die sich blos mit Versicherungen von ihrer Freund-schaft unterhalten können. Und ich hätte Ihnen wahrlich »ichtS an-ders schreiben können, weil ich mich bey der ungesunden Luft, welchewir zeither allhier athmen, vor allem Nachdenken hüte. Mein Ver-stand spielt indessen einige Farcen. Ich lese die hochberühmtc» lüll'-»'«des Abbe Trudlet; der Mann gefällt, ob er gleich wenig unterrichtet.Seine penlves tur le iicmlieur, tur Iv sil.iisir und kur le« ,1,'fiis,verdienen gelesen zu werden. Die Franzosen sind in neuern Zeiten diebesten Beobachter der menschlichen Sitten. Sie schildern die Charak-tere der Menschen, und wissen manchmal verborgne Neigungen undFalten des menschlichen Herzens zu entdecken, die dem gründlichstenWcltweiscn entwischen. Sie müssen sich aber in ihren Schranken hal-ten. Sobald sie solche verlassen, und mehr als Beobachter, Weltwcisewerden wollen, so sollte man ihnen das Handwerk legen. Ich halte