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Der Verleger kann davon auSlesen, was ihm gefallt, und allenfallsein oder zwey Stücke zum Auschn bekommen. ES sind recht schöneSachen. Er verlangt 12 Exemplare für seine Freunde, und überläßteS im Ucbrigen der Generositc dcS Verlegers. Wenn auch nur vorersteine Symphonie zur Probe gedruckt wird. Ich verspreche mir dieseGefälligkeit von Ihnen, liebster Lcssing, und verspreche, Sie nichtwieder mit dergleichen Commissionen zu beschweren. Ich konnte es ihmnicht abschlage». °)
*) Moses hatte alle Theile der Mathematik gründlich studirt, und auchdie »laihrmalischc Musik in L. Eulcrs großem Werke. Dadurch kam er aufden Gedanken, sich auch einige Kenntniß von der praktischen Musik erwer-be» zu wolle». Er ließ sich im Zahr von dem Musiker KirubcrgcrUnterricht im Klavicrspiclen geben. Kirubcrgcr dünkte sich ei» philosophischerMusiker zu sey». Er hatte auch wirklich über sciue Kunst mehr nachge-dacht als andere Musiker. Indessen hatte er doch von viele» Dinge» nichtdeutliche, noch weniger philosophisch richtige Begriffe. Da er gar keine Schul-stndie» besaß und wenig gelesen hatte, so fehlten ihm manche nöthige Kcnut-niffe, die er sich durch Umgang mit Eclcl'rtc» erst mit vieler Mübc erwer-ben mußte; daher konnte er zuweilen ziemlich gemeine Dinge nicht deutlich auseinander setzen. Gelehrte, welche sich mit ilnn darüber verständigen wollten,mußten seine» Sin» errathen; daher auch Sulzer , der von der Musik garnichts verstand, und Kirnbergcrn nachher bcv seinem Wörterbnchc brauchte,in ein Paar musikalischen Artikeln sin der ersten Ausgabe) ganz falscli ge-rathen hat. Kirnbcrgcr unlcrlnclt sich mit Moses über den philosopl'ischcnTheil der Musik. Moses glaubte ih» zu verstehen, weil sein eigner Scharf-sinn Kirnbergcrs Undcutlichkcit ersetzte, und K. l'mgrgcn versicherte, daß Mo-ses alles Musikalische trefflich fasse. Im Ansauge der Unterweisung wollteK. seinem Schüler Moses die verschiedenen Taktarlen erklären. Ueber denUnterschied von Z und Z Takt, konnlc» sie sich nicht verständigen. Moses fragte: „Wie es zngche, daß Z nicht Z machen sollten?" K. sagte: „weil der„eine ein Tripelrakt nnd der andere ein gerader Takt ist." Aberwarum? und wie geht das zu? fragte Moses weiter. Kirubcrger setzte sichans Klavier, spielte ihm und Ü gegen einander vor, und sagte belehrend:„Nicht wahr, nun hören Sie doch, daß das erstere TriprUakl ist?" —„Nein!" sagte Moses , „ich kann keinen Unterschied hören." Kirnberger spieltebeide Taktartcn wohl auf sechserlei) Art; es blieb aber mit dem Schüler wievorher. Endlich sagte K. ungeduldig: „Ich kann nicht begreifen, wie Sie„ein Mathematiker seyn und nicht ^ abmesse» kömicu, daß es ein Tripcl.„takt ist?" Moses sagte lächelnd- „Als Malliematikcr kenne ich keine ^, die„nicht — ^ wären; aber da dieß in der Musik unterschiede» sey» soll, so„fange ich a» zu glaube», daß ich lein musikalisches Ohr habe, um dcu Un-terschied zu empfinden." Der Unlerricht cndiglc sich in ein Paar Mona^