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setzt, aber für meinen -üessing nicht gründlich genug ist) Orest , diePhönizierinnen, und Medea . Die übrigen sollen auch heraus seyn.Vom Sophokles habe ich nur die GlaSgowsche Ausgabe vom Jahr1745, nebst der wörtlichen lateinischen Ucbersetzuug des Vilns Vinle-mius, die beym Heidelbergischen Sophokles vom Jahr 1597 befindlichist, deren aber der GlaSgowsche Herausgeber mit keinem Worte gedachthat. Diese Heidelbergische Ausgabe hab' ich besonders, und noch einelateinische Uebersetzmig per I°Iiomsm I^aogeorgum. kalrleao 1ZZ8.Alles dieses, und was ich sonst noch auffinden werde, stellt sich aufeinen Wink bey Ihnen ein.
Sagen Sie doch dem lieben Sulzer / Herr Bachmann sey gesternbey mir gewesen. Er ist der suchende Telcmach, sucht aber nichtseinen Vater, sondern seinen Vetter, den ältesten Sohn des Bürger-meisters Schwarz in Magdeburg , der sich auf seiner Reise aus derSchweiz verloren hat. Von ihm erfuhr ich, daß die Frau Professo-rin krank wäre, und vom jungen Grafen von Finkenstein / daß siewieder besser würde. Diesem letztem, seinem Hausgenossen, hat meinSulzer nickt einmal einen Gruß an seinen Gleim mit gegeben! Mitmeinem Rleist scheint alle Freundschaft gestorben zu seyn!
Meinen Sie nicht, daß man von der Zuschrift an die Herzoginnur einige Exemplare machen lassen könnte? Aber warum? Sie ent-hält doch eine kurze Nachricht, daß der Dichter und der Versemacherzweyerley Personen sind.
Gleim.
Halberstadt , d. 11. May 1760.Meinen großen verbindlichsten Dank für die gütige Besorgungunsers PhilotaS, empfangen Sie wider Wunsch und Willen allzuspät.Aber ich bin zcither in so mancherley Zerstreuungen verwickelt gewesen,daß ich nicht habe daran denken können. Einen Theil derselben wer-den Sie vom Herrn Professor Sulzer gehört haben. Der Verzug desDrucks ist durch die äußerliche Schönheit zur Genüge ersetzt. Ich binmit allem aufs vollkommenste zufrieden. Der Grenadier macht mit seinenSüchelchen Ihnen nur zu viele Bemühung. Wär' es wahr, daß erseinen Freund verschönert hätte, so möcht' es darum seyn. HerrnMeils Vignette für den Grenadier ist fast so schön gerathen, als diefür den König. Sagen Sie ihm doch auch den schönsten Dank füröiesen seinen gleichen Fleiß. Der Grenadier mag Sie mit der erstenin diesem Feldzuge gemachten, guten Beute belohnen. Sie aber, lieber