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eingekommen seyn mag, weiß ich selbst nicht mehr. Indessen habeich doch eine Predigt zur Welt gebracht, über welcher Doktor Slopwohl hätte einschlafen, und Better Toby sein lilluliulero noch zwey-mahl so laut pfeifen mögen. °) — Die Münze ist, wie Sie bemerken,
den Verfasser aus, worüber Moscs nur lächelte. Diese Ausgabe hat außerdem hebräischen auch einen lateinischen Titel: l^ogio» »lolis »i-Umoniai-j cm»explienlions N. 8»mlo» Kslir, nttin» renlur!» gmxlitllmse racnllslis pl>>-loloMicse ^,c»ckemi»s i?r»ncof>ir»!ui-»e. R. Samson Kalir versteckte in sei-ner hebräischen Vorrebe die Anmaßung, daß er Verfasser sey, sehr schlau,unter einer nnbcstimmtcn orientalischen Wendung. Er sagt in der ge-dachten Vorrede: „Gott hat mir eine Erklärung in die Hände geführt, die„noch nie öffentlich erschienen ist." Auch steht der Name des N. SamsonKalir nur im lateinischen Titel, nicht im hebräischen. Eben so sei» zog sichauch der Censor, Hosralh Stcinwchr, aus der Sache. Da sich seine Kennt-niß des Hebräischen wohl nicht eben viel weiter als auf die Kenntniß derBuchstaben erstrecken mochte, und er doch die Erlaubniß geben sollte, einBuch zu drucken, dessen Inhalt er nicbt wohl wissen konnte; so rühmt erzwar in der vorangcsctztcn Erlaubniß, welch ein -ro^-uzv^rro? der R, Sam-son Kalir sey, versteckt aber seine Verlegenheit gar künstlich. Nachdem erdie Absicht des Buchs und der Anmerkungen angezeigt, setzt er hinzu: „guoci„vmne cum relißioni, xielsli, bonisiiue worikus auomoclocuincinv kuVertn„continere in/e/Zc^e/'imuZ niuil, ni'/tiV e/i'am /»»'o/iiie-'s ccn/«i»iuz, vuo„winus in Incem illiul coi>lpeclu»inue protorslur/' Diese Censur ist dochetwas besser motivirt als die des Claude Morcl, Doktors der Sorbonne, derin seiner Erlaubniß, eine Ucbcrsctzung des Korans zu drucke», der herge-brachten Formel gemäß, versicherte: qii'it n'v av»it rion trouvv contre I»reliklun cslUoiique. — Die zweyte Auflage ward in Berlin 4765, ohneNamen des Verfassers in 4to gedruckt, und von Hrn. Löwe Levy/einem Studiosus der Medicin, herausgegeben. Endlich ans der dritten, auchin Berlin 1784 in 4. gemachten Ausgabe, nannte sich Moses Mcndclssoh»als Kommentator, fügte auch eine Vorrede hinzu, und verbesserte das Werkan inchrcrn Orten. Der Herausgeber dieser drillen Ausgabe war Hr. AarsnZachavias, aus Iaroslaw gebürtig, welcher nachher Sichrer bcv einer Nor-malschule in Ealizicn war. Die vierte Ausgabe erschien zn Berlin im 1.1793in gr. 8. Der Herausgeber ist Nabbi Isaak Äcvi aus Sattanow, derseit vielen Jahren in Berlin lebte, und von seiner Nation als ein großerGelehrter verehrt ward. Er hat diese Ausgabe mit Zusätzen vermehrt, die,nach dem Urtheile der Kenner, guten Werth haben sollen. Nicolai.
*) Moscs ließ damal aus eine gewonnene Schlacht (vermuthlich auf diebcv Roßbach) eine Dankprcdigt, unter dem Namen des damaligen Rabbinersder Iudenschaft z» Berlin drucken. Sie ist ganz verloren gegangen, so daßauch kein einziger von seinen Freunden ein Exemplar hat. Ich kann michnur noch erinnern, daß diese Predigt in 4to gedruckt war. Sollte sie jemand